Ardex und wedi arbeiten seit Jahren eng zusammen. Seit der Übernahme von wedi durch die Ardex-Gruppe im Jahr 2021 hat sich die Zusammenarbeit stetig intensiviert. Für Dr. Markus Stolper ist der gemeinsame Vertrieb der logische nächste Schritt. Die Sortimente beider Marken ergänzen sich optimal, die Zielgruppen sind nahezu identisch, und trotzdem liefen bis heute zwei getrennte Vertriebsorganisationen nebeneinander. „In der Zusammenarbeit ist vieles schon ausgeschöpft – aber im Vertrieb liegt noch richtig Potenzial. Da können wir deutlich mehr PS auf die Straße bringen“, so Stolper.
Mit dem Zusammenschluss wächst der Außendienst auf eine Mannschaft von rund 80 Personen. Aus Sicht der Verantwortlichen eröffnet das die Möglichkeit, die Marktpräsenz deutlich zu erhöhen und Kunden schneller und umfassender zu betreuen. Auch der Zeitpunkt sei günstig, erklärt Stolper. Die Bauwirtschaft stehe preislich unter Druck, viele Abläufe bräuchten Optimierung und modulare Lösungen gewännen an Bedeutung. Ein starker, integrierter Vertrieb könne hier spürbare Vorteile schaffen – besonders im Wettbewerb mit Anbietern, die sich vor allem über den Preis definieren. „Wir wollen nicht die Günstigsten sein“, betont Stolper. „Wir stehen klar für das Premiumsegment.“
Video-Interview zur Vertriebszusammenlegung von Ardex und wedi:
Synergien, die direkt beim Kunden ankommen
Thomas Seifert sieht in der Bündelung des Vertriebs auch für wedi eine große Chance. Bei wedi habe man bislang mit 16 Außendienstmitarbeitern gearbeitet; gemeinsam mit Ardex entstehe nun ein Team, das in seiner Breite und fachlichen Kombination einzigartig sei. Besonders bei Duschsystemen und modularen Aufbauten könne wedi seine Stärken einbringen. „Unsere Systeme sparen Zeit, ermöglichen intelligentes Arbeiten und greifen das Thema Fachkräftemangel direkt auf“, so Seifert.
Für die Kunden im Markt wird der Zusammenschluss schnell spürbar werden. Die Teams arbeiten künftig mit einem einheitlichen Bestellwesen, einer einzigen technischen Hotline, einer gemeinsamen Konditionsstruktur und einem zusammengeführten Jahresgespräch. Für Handel und Handwerk bedeutet das weniger Schnittstellen, klarere Verantwortlichkeiten und eine deutlich vereinfachte Abwicklung. Auch Außendienst und technischer Service treten künftig als eine Einheit auf, was die Präsenz bei Partnern vor Ort stärken soll.
Jochen Zimmermann betont, dass man die Handelspartner frühzeitig eingebunden habe. Viele Rückmeldungen seien sehr positiv gewesen. Durch die neue Struktur entstehe zudem eine andere Verhandlungsbasis. Zimmermann verweist darauf, dass manche Händler seit Jahren zwischen zwei Ansprechpartnern pendelten und nun dankbar seien, künftig alles aus einer Hand zu erhalten. „Das macht uns für viele Partner attraktiver und verschafft uns eine Möglichkeit, uns deutlicher vom Wettbewerb abzugrenzen“, sagt er.
Marken bleiben bestehen – Systemkompetenz wächst
Wichtig ist allen Beteiligten, dass wedi als Marke erhalten bleibt. „Die wedi-Platte ist ein Gattungsbegriff in der Baubranche“, sagt Seifert. „Da käme niemand auf die Idee, mit einer Ardex-Bauplatte in den Markt zu gehen.“ Beide Marken behalten ihre Eigenständigkeit, ihre Produkte und ihre jeweilige Identität. Trotzdem rücken sie nun enger zusammen – im Vertrieb, in der Kommunikation und beim Thema Systemlösungen.
Auch Gutjahr, der dritte Partner innerhalb der Gruppe, bleibt relevant. Das Unternehmen spielt jedoch vor allem im Außenbereich und im Architekturumfeld eine Rolle, während Ardex und wedi traditionell stärker über Verarbeiter und gemeinsame Veranstaltungen wirken. 2026 wollen Ardex und wedi gemeinsam noch stärker zeigen, wie ihre Lösungen sich ergänzen und welche Vorteile sich für Handel, Planer und Verarbeiter ergeben.

Gemeinsamer Auftritt und neues Marketingbild
Mit dem Start der Vertriebszusammenführung wird der gemeinsame Auftritt sichtbar. Ein neues Marketingpaket zeigt zwei miteinander verknotete Seile in Ardex-Schwarz und wedi-Blau, verbunden durch den Claim „Building Tomorrow“. Dieses Motiv soll in allen Kommunikationsmaßnahmen auftauchen – von Messeauftritten bis zu digitalen Themen. Der Knoten ist bewusst gewählt: Er steht für Verbindung, Vertrauen und ein gemeinsames Ziel.
Bereits online ist eine gemeinsame Ardex-wedi-Webseite mit Cross-Verlinkungen aktiv. Auch das Schulungsprogramm wurde zusammengeführt. Beide Unternehmen verfügen in Deutschland nun über sechs Schulungszentren, die künftig technische Details und gestalterische Lösungen im Verbund vermitteln. Durch die Integration von wedi sei das Angebot für Handwerker noch attraktiver geworden, weil ganze Systeme erklärt und anhand realer Gestaltungsszenarien gezeigt werden können.
Mehr Innovationen durch enge Verzahnung
Der Zusammenschluss soll auch die Innovationskraft stärken. Im Gespräch fallen Beispiele wie CircoTec, die neue Mörteltechnologie zur zirkulären Fliesenverlegung, oder das wedi-Duschboard mit integriertem Wärmetauscher. Dazu kommt die bereits Anfang 2025 eingeführte zehnjährige Systemgarantie für kombinierte Ardex- und wedi-Anwendungen. Für den Handel sind regionale Technik-Tage geplant, bei denen neue Produkte und Lösungen im Detail vorgestellt werden.

Lukas Hädicke, Ardex Geschäftsführer Neues Bauen (rechts), und Sven Brändlein, Stellvertretende Leitung Ardex Anwendungstechnik, erläuterten uns in Witten noch mal mit einer Live-Anwendung in der der Ardex Academy die Vorteile des neuen Circutec-Systems.
Ausblick: Mehr Wachstum, mehr Stabilität, mehr Präsenz
2025 sei für Ardex in Deutschland stabil gelaufen, erklärt Dr. Stolper, mit einem leichten Mengenzuwachs. Für die kommenden Jahre erwartet die Gruppe weiteres Wachstum – getrieben sowohl durch den Markt als auch durch strategische Zukäufe. Die Akquisition von wedi habe 2021 allein 500 neue Mitarbeitende, zwei Produktionsstandorte und rund 150 Millionen Euro Umsatz zur Ardex-Gruppe gebracht. Diese erzielte in 2024 einen Gesamtumsatz von 1,1 Mrd. Euro bei 4.100 Mitarbeitern und 50 Werken und mehr als 20 Marken.







