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Auf dem Foto zu sehen sind (von links): Michaela Krabbe (Einkauf, Fliesen Hüning), Herbert Niklas, Roland Hüning (Geschäftsführung, Fliesen Hüning), Stefan Paßerschroer (Ausstellungsleiter, Fliesen Hüning) sowie Jutta Loskamp (Einkauf, Fliesen Hüning).
Auf dem Foto zu sehen sind (von links): Michaela Krabbe (Einkauf, Fliesen Hüning), Herbert Niklas, Roland Hüning (Geschäftsführung, Fliesen Hüning), Stefan Paßerschroer (Ausstellungsleiter, Fliesen Hüning) sowie Jutta Loskamp (Einkauf, Fliesen Hüning). Fliesen Hüning

Herbert Niklas: „Keramik muss man sehen, anfassen und erleben“

Nach 43 Jahren in der Fliesenbranche hat sich Herbert Niklas zum 1. September 2026 in den Ruhestand verabschiedet. Über viele Jahrzehnte war er als Handelsvertreter für Nordrhein-Westfalen für die italienischen Fliesen- und Keramikmarken LaFaenza und Leonardo tätig, die gemeinsam mit Imola zur Cooperativa Ceramica d’Imola gehören.

Zum Abschluss seiner beruflichen Laufbahn besuchte Niklas mit Fliesen Hüning einen seiner langjährigsten Kunden. Am Hauptstandort des Unternehmens blickte er gemeinsam mit Roland, Claudia und Heinz Hüning auf mehr als vier Jahrzehnte Zusammenarbeit zurück. Auch das Einkaufsteam mit Jutta Loskamp und Michaela Krabbe sowie Ausstellungsleiter Stefan Paßerschoer verabschiedeten den langjährigen Geschäftspartner.

Im Gespräch mit Yannic Münsch aus dem Marketing von Fliesen Hüning spricht Herbert Niklas über die Anfänge der Zusammenarbeit, Veränderungen in der Fliesenbranche und die zukünftige Bedeutung des persönlichen Außendienstes.

Herr Niklas, nach 43 Jahren in der Fliesenbranche beginnt für Sie ein neuer Lebensabschnitt. Wie kam vor mehr als vier Jahrzehnten der erste Kontakt zu Fliesen Hüning zustande?

Als gebürtiger Bocholter führte mein Weg praktisch zwangsläufig zu Fliesen Hüning. Als ich vor über 40 Jahren erstmals hierherkam, war das Unternehmen noch deutlich kleiner als heute. Meine ersten Gespräche führte ich damals mit Heinz Hüning Senior, dem Gründer des Unternehmens.

Dass daraus eine Geschäftsbeziehung entstehen würde, die mehr als vier Jahrzehnte Bestand haben sollte, konnte damals natürlich niemand ahnen. Rückblickend bin ich sehr dankbar, dass ich die Entwicklung des Unternehmens über einen so langen Zeitraum begleiten durfte.

Dass daraus eine Geschäftsbeziehung über mehr als vier Jahrzehnte entstehen würde, konnte damals niemand ahnen.

Was hat die Zusammenarbeit mit Fliesen Hüning für Sie über all die Jahre besonders ausgezeichnet?

Die Partnerschaft war immer von Vertrauen, Respekt und gegenseitiger Wertschätzung geprägt. Besonders wichtig war für mich, dass sich dieser Umgang nicht nur auf die Geschäftsführung beschränkte, sondern im gesamten Unternehmen gelebt wurde. Ob Einkauf, Verkauf, Lager oder Ausstellung – die Zusammenarbeit fand stets auf Augenhöhe statt.

Natürlich gibt es auch in einer langjährigen Geschäftsbeziehung Herausforderungen. Entscheidend ist, wie damit umgegangen wird. Bei Hüning wurden Probleme nie emotional oder konfrontativ diskutiert, sondern sachlich und lösungsorientiert. Genau das schafft Vertrauen und bildet die Grundlage für eine langfristige Partnerschaft.

Als Handelsvertreter verbringt man viele Jahre mit seinen Kunden. Irgendwann spricht man nicht mehr ausschließlich über Produkte, Preise oder Lieferzeiten. Man lernt sich auch persönlich kennen. Aus geschäftlichen Kontakten entstehen Beziehungen, die über das rein Berufliche hinausgehen. Dass unsere Zusammenarbeit mehr als vier Jahrzehnte gehalten hat, spricht letztlich für sich.

Aus geschäftlichen Kontakten entstehen Beziehungen, die über das rein Berufliche hinausgehen.

43 Jahre sind in einer sich ständig verändernden Branche eine lange Zeit. Welche Entwicklungen haben Sie besonders geprägt?

Eine der größten Veränderungen ist für mich die enorme Vielfalt keramischer Produkte. Moderne Digitaldruck-Technologien haben die Produktion in den vergangenen Jahrzehnten grundlegend verändert. Hersteller können heute Oberflächen und Designs realisieren, die früher technisch kaum vorstellbar gewesen wären.

Damit sind auch die Sortimente wesentlich breiter geworden. Gleichzeitig ist die Branche deutlich schneller geworden. Früher blieben viele Serien fünf, zehn Jahre oder sogar noch länger im Programm. Heute werden Kollektionen wesentlich schneller durch neue Produkte ersetzt. Der Markt orientiert sich stärker an Trends und veränderten Kundenwünschen.

Auch der Wettbewerb zwischen unterschiedlichen Bodenbelägen hat sich verändert. Als ich meine berufliche Laufbahn begann, verdrängte die Fliese in vielen Bereichen zunehmend den Teppichboden. In den vergangenen Jahren haben sich wiederum PVC- und Vinylböden zu starken Wettbewerbern entwickelt.

Keramik besitzt aus meiner Sicht dennoch unverändert besondere Stärken. Langlebigkeit und Robustheit machen die Fliese auch heute zu einem hochwertigen Boden- und Wandbelag.

Die Branche ist deutlich schneller geworden – gleichzeitig ist die Vielfalt keramischer Produkte enorm gewachsen.

Die Digitalisierung hat auch Vertrieb und Handel stark verändert. Welche Rolle wird der klassische Handelsvertreter aus Ihrer Sicht künftig spielen?

Ich wünsche mir, dass die Tätigkeit des Handelsvertreters auch in Zukunft ihren festen Platz in unserer Branche behält. Die Digitalisierung verändert viele Prozesse, und Produkte werden zunehmend direkt oder online vermarktet. Trotzdem bin ich überzeugt, dass Keramik ein Produkt bleibt, das man sehen, anfassen und erleben muss.

Genau darin liegt eine wesentliche Stärke des Außendienstes. Handelsvertreter bringen Produkte zum Kunden und können Materialien, Oberflächen und Formate unmittelbar präsentieren. Gleichzeitig lassen sich individuelle Fragen direkt und persönlich beantworten.

Diese Nähe zum Kunden kann durch digitale Möglichkeiten ergänzt werden, lässt sich aber nur schwer vollständig ersetzen.

Keramik bleibt ein Produkt, das man sehen, anfassen und erleben muss.

Was wünschen Sie der Branche und denjenigen, die künftig im Außendienst tätig sein werden?

Ich hoffe, dass auch kommende Generationen von Handelsvertretern die Veränderungen und Herausforderungen der Branche erfolgreich meistern. Der persönliche Kontakt zwischen Herstellern und Fachhandel wird aus meiner Sicht weiterhin wichtig bleiben.

Handelsvertreter sind eine wichtige Verbindung zwischen beiden Seiten. Wenn es gelingt, persönliche Beratung und die Möglichkeiten der Digitalisierung sinnvoll miteinander zu verbinden, sehe ich für diese Tätigkeit auch in Zukunft gute Perspektiven.

Der persönliche Kontakt zwischen Herstellern und Fachhandel wird auch künftig wichtig bleiben.

 

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