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Matthias Brack und Jörg Mosler. Foto: Jörg Mosler
Matthias Brack und Jörg Mosler. Foto: Jörg Mosler

„Faul und neugierig – so soll ein Handwerksunternehmer sein“

Herr Mosler, Herr Brack, faul und neugierig ist eine eher ungewöhnliche Kombination. Wie ist das genau gemeint?

Matthias Brack: „Ich bin zu faul, um nicht zu digitalisieren!“, ist quasi eine Art Wahlspruch von mir geworden. Denn als Handwerksunternehmer hat man so viele Aufgaben die unnötig Zeit kosten. Davon spare ich mir durch den Einsatz von KI und Digitalisierung eine Menge ein. Und ich kann nur jedem Handwerksunternehmer empfehlen, sich den Luxus dieser Faulheit auch zu leisten.

Und ich kann nur jedem Handwerksunternehmer empfehlen, sich den Luxus dieser Faulheit auch zu leisten.

Und wie passt da die Neugier dazu?

Jörg Mosler: Davon sollte man einen kleinen Schuss mitbringen, um sich ohne Vorbehalte ins digitale Abenteuer stürzen zu können. Die Möglichkeiten sind – gerade für Handwerksunternehmen – riesig. Wer mit einer gesunden Neugier ran geht, kann ganze Arbeitsabläufe im Unternehmen regelrecht revolutionieren.

Wer mit einer gesunden Neugier ran geht, kann ganze Arbeitsabläufe im Unternehmen regelrecht revolutionieren.

Wie entstand die Idee, dieses Event zu veranstalten?

Jörg Mosler: Wir waren beide für einen Vortrag in Hannover auf einer Messe gebucht. Am Vorabend saßen wir gemeinsam beim Italiener und haben die Idee für dieses Online-Event entwickelt. Das war Ende Mai und Ende Oktober sind wir live.

Ihr Event trägt den Untertitel „endlich verständlich“. Warum glauben Sie, dass genau das bisher gefehlt hat?

Matthias Brack: Viele Vorträge und Workshops zum Thema KI und Digitalisierung gehen an der täglichen Praxis vieler Handwerksunternehmen vorbei. Häufig sind die Anwendungsfälle entweder nicht praxisnah oder einfach zu kompliziert und abgehoben. Ich bin selbst schon in einer Reihe solcher Vorträge gesessen und habe verzweifelt versucht einen Bezug zu meinem Handwerksunternehmen herzustellen.

Welche praktischen Beispiele erwarten die Teilnehmer denn beim KID-Event?

Jörg Mosler: Wir haben jedem der drei Abende einen thematischen Schwerpunkt gegeben. Am ersten Abend geht es um die Vorstellung guter KI- und Software-Tools. Es gibt inzwischen so viele, da hilft ein Überblick eine Menge Zeit beim Testen zu sparen.

Viele Vorträge und Workshops zum Thema KI und Digitalisierung gehen an der täglichen Praxis vieler Handwerksunternehmen vorbei

Matthias Brack: Der zweite Abend steht ganz im Zeichen von ChatGPT. Da plaudern wir wirklich aus dem Nähkästchen. Wir zeigen unsere eigenen Anwendungen und bauen live mit den Teilnehmern einen sogenannten CustomGPT. Diese GPTs sind inzwischen wie Mitarbeiter für mich.

Jörg Mosler: An Tag drei dreht sich dann alles um KI in der Kundenberatung. Wir zeigen, wie sich ein Handwerksunternehmen einen digitalen Kundenberater erstellt und Matthias lässt uns hinter die Kulissen seiner „KI-Kunden-Ampel“ blicken.

Sie richten sich ja explizit auch an Unternehmen, die beim Thema KI und Digitalisierung am Anfang stehen. Was sind denn typische Einstiegsfehler oder Missverständnisse bei diesen Themen?

Matthias Brack: Da würde mir einiges dazu einfallen. Kurz gesagt: Das größte Missverständnis liegt wahrscheinlich darin, dass viele glauben, dass KI und Handwerk nicht zusammenpassen. Das KI was für Nerds ist. Doch KI ist eine Mega-Chance für das Handwerk. Denn KI wird die Arbeit der Hände nicht ersetzen, aber kann sie enorm aufwerten. Allen voran natürlich das Thema Zeit sparen. Aber auch Ideenfindung und die Unterstützung bei kreativen Prozessen sind für Handwerksunternehmen extrem relevant.

KI wird die Arbeit der Hände nicht ersetzen, aber kann sie enorm aufwerten.

Jörg Mosler: Mir würde da noch ein Einstiegsfehler einfallen. Viele, die mit der Digitalisierung von Prozessen und dem Einsatz von KI beginnen wollen zu viel auf einmal und am Ende kommt nichts dabei raus. Besser ist es Schritt für Schritt bzw. Prozess für Prozess vorzugehen, damit man sich nicht verzettelt und schnell Erfolge sieht.

Noch eine abschließende Frage an Sie beide: Wie sieht aus Ihrer Sicht ein digital aufgestellter Handwerksbetrieb im Jahr 2030 idealerweise aus?

Jörg Mosler: In unseren Zeiten sind fünf Jahre – digital gesehen – eine riesige Zeitspanne. Gemessen an den Veränderungen und Entwicklungen, die wir in den letzten eineinhalb Jahren gesehen haben. Ich versuche es dennoch: Aus meiner Sicht ist ein Handwerksbetrieb dann ideal aufgestellt, wenn seine externen und internen Prozesse klug digitalisiert und automatisch miteinander verknüpft sind. Die komplette Wertschöpfungskette, natürlich ausgenommen die handwerkliche Leistung, nutzt digitale Möglichkeiten und KI, um den Menschen im Handwerksbetrieb die Möglichkeit zu geben, sich auf ihre Kernaufgaben konzentrieren zu können.

Ein Handwerksbetrieb dann ideal aufgestellt, wenn seine externen und internen Prozesse klug digitalisiert und automatisch miteinander verknüpft sind.

Matthias Brack: Da bleibt mir kaum noch was zu sagen. Vielleicht nur so viel: Für mich sieht ein ideal digital aufgestellter Handwerksbetrieb im Jahr 2030 so aus, dass digitale Prozesse nicht mehr „besonders“ sind – sondern selbstverständlich. Es wird ganz normal sein, dass KI bei der Angebotserstellung hilft, dass Terminabsprachen automatisch laufen und dass Informationen zwischen Büro und Baustelle in Echtzeit fließen.

Was bleibt, ist das Handwerk – das echte Tun. Aber alles drumherum ist schlanker, schneller, vernetzter. Und genau dadurch bleibt wieder mehr Zeit für das, worum’s eigentlich geht: gute Arbeit, zufriedene Kunden und ein Team, das nicht permanent am Limit arbeitet.

Infos zum Event:

Das KID-Event zeigt, wie Digitalisierung und KI im Handwerk nicht nur funktionieren – sondern echten Nutzen bringen. Mit dabei: zwei Praktiker, viele Beispiele und jede Menge konkrete Tipps. Die Teilnahme ist kostenlos, die Umsetzung unbezahlbar.

KID – KI & Digitalisierung endlich verständlich
28. bis 30. Oktober 2025
Jeweils ab 19:00 Uhr, online & live
Anmeldung & Infos: www.team-handwerk-digital.de/kid-event

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