Zu unserem Beitrag über das Marktvolumen der werkstattlosen Generalisten (siehe Beitrag hier) haben wir von Carlo Cit folgenden Leserbrief erhlaten:
„Mit großem Interesse habe ich den Bericht über das Volumen der „Werkstattlosen“ gelesen. Diese Kundengruppe wird für die Industrie und den Fachhandel immer bedeutender, weil die Kleinstbetriebe der „Werkstattlosen“ oder „mobilen Generalisten“ weiter wachsen werden. Wie wichtig diese Kleinstbetriebe für die Fliesen- und Bauchemiebranche sind, wird von einigen Marktteilnehmern (Industrie/Fachhandel) noch nicht richtig erkannt.
Das Absatzvolumen in Deutschland, das seit 2009 – 2017 um ca. 32 Millionen Quadratmeter auf ca. 132 – 133 Millionen Quadratmeter anwachsen wird, wäre ohne die „mobilen Generalisten“ nicht möglich gewesen. Unsere Recherchen haben ergeben, dass im laufenden Jahr etwa 25-27 Millionen Quadratmeter Fliesen von den Generalisten verarbeitet werden. Dies sind immerhin gut 20 % des gesamten Fliesenabsatzes in Deutschland – mit zunehmender Tendenz.
Der Fliesenfachhandel hat für die zukünftige Entwicklung dieser immer wichtiger werdenden Kundengruppe noch keine oder kaum Konzepte entwickelt. Es wird höchste Zeit, dass sich der Fachhandel sehr intensiv mit dieser Kundengruppe befasst, damit das große „vagabundierende“ Einkaufsvolumen auf den Fachhandel kanalisiert werden kann. Wir gehen davon aus, dass in ca. 5 Jahren die „mobilen Generalisten“ einen Anteil von mindestens 30 – 35 % des Fliesenabsatzes verarbeiten werden und damit nach den Verlegebetrieben die zweitwichtigste Kundengruppe des Fachhandels sein könnte, wenn man für diese Gruppe Konzepte entwickelt.
Herr Goldboom hat völlig recht, wenn er in seinem Bericht bemerkt, dass die Umbruchphase des deutschen Bauhandwerks im vollen Gange ist, mit weitreichenden Konsequenzen auch für den Fachhandel.
In den nächsten Jahren wird die Anzahl der „mobilen Generalisten“ weiter wachsen, auch auf Kosten des Verlegehandwerks. Das Verlegehandwerk wird schwächer, weil Handwerker altersbedingt aus dem Arbeitsprozess ausscheiden und die Anzahl der Auszubildenden stark rückläufig ist. Infolge dieser negativen Entwicklung werden Fachverlegefirmen in den nächsten Jahren weitere Marktanteile verlieren und die „mobilen Generalisten“ erheblich Zugewinne verbuchen können.“





