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Fliesen Italien

Italienische Fliesenwerke: Produktion ist gefährdet

„Die hohen Energiepreise sind kein konjunktureller Notstand mehr: Es handelt sich um ein strukturelles Problem, das die italienische Keramikindustrie in die Knie zwingt – und zwar in einer Phase, die noch gefährlicher ist als die im Jahr 2022.“ So schlägt Augusto Ciarrocchi, Präsident des Unternehmerverbands Confindustria Ceramica, in einer am 7.10.2026 veröffentlichten Pressemeldung Alarm und fordert die italienische Regierung dazu auf, ein Paket mit Sofortmaßnahmen für die Branche auf den Weg zu bringen, bevor es zu spät ist.

Stillegung von Öfen wird erwartet

„Was wir derzeit erleben, ist eine allgegenwärtige Energiekrise, von der kein Unternehmen der Branche verschont bleibt“, erklärt Ciarrocchi. „Bei einem Erdgaspreis von 80 Euro/MWh kann man keine Keramik mehr herstellen. Diese Kosten schränken den Handlungsspielraum der Unternehmen ein, lassen die Investitionsfähigkeit schwinden und führen unweigerlich zur Stilllegung einiger Produktionslinien.“

Augusto Ciarrocchi Vorsitzender der Confindustria Ceramica Foto: Confindustria Ceramica

Augusto Ciarrocchi Vorsitzender der Confindustria Ceramica Foto: Confindustria Ceramica

Lage dramatischer als 2022

Für Ciarrocchi ist die Lage noch dramatischer als 2022, als die Gaspreise noch höhere Spitzenwerte erreichten. Aus seiner Sicht ist die Situation heute aufgrund der komplexen Marktlage noch besorgniserregender: „Im Jahr 2022 befanden wir uns in einer Phase steigender Nachfrage: Die Preissteigerungen, so hart sie auch waren, konnten teilweise auf die Verkaufspreise abgewälzt werden, weil der Markt boomte. Heute ist es genau umgekehrt: Die Nachfrage ist schwach, der Wettbewerb außerhalb der EU ist gnadenlos, und die höheren Energiekosten lassen sich nirgendwo weitergeben. Sie bleiben vollständig auf den Schultern der Unternehmen und schmälern die ohnehin schon äußerst knappen Margen.“ 1200Grad berichtete mehrfach berichtet, zuletzt hier im Zusammenhang mit der Cersaie.

Energiekosten und die Wettbewerbsfähigkeit der Fliesenwerke

Mit dem Thema „Nachhaltige Energie für die Wettbewerbsfähigkeit“ befasste sich auch die Eröffnungskonferenz auf der Cersaie. Auch von der Plattform des internationalen Branchenforums wurde vom Unternehmerverband Confindustria Ceramica mehr als eine Alarmglocke geläutet.

Die Konferenz befasste sich am ersten Messetag mit den Herausforderungen der italienischen Keramikindustrie als energieintensive Branche, die einen Umsatz von 7,5 Milliarden Euro erzielt und rund 40.000 direkte und indirekte Mitarbeiter beschäftigt.

Romani-Gruppe unterstützt Mitarbeiter

Unter den gestiegenen Energiekosten leiden nicht nur die Unternehmen, sondern auch die Endverbraucher, also auch die Mitarbeiter der Keramikindustrie. Mit einem Bonus in Höhe von 300 Euro gegen die hohen Energiekosten zeigt sich die Romani-Gruppe in der aktuellen schwierigen Wirtschaftslage mit ihren Mitarbeitern solidarisch und zahlt im November allen Mitarbeitern entsprechende Einkaufsgutscheine aus. Der ausgezahlte Bonus folgt auf eine ähnliche Initiative, die im April im Zusammenhang mit den Kraftstoffpreiserhöhungen ergriffen wurde.

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