Augusto Ciarrocchi, Präsident des Unternehmerverbands Confindustria Ceramica, bringt es in einer Pressemeldung auf den Punkt: Die Lage in der italienischen Fliesenindustrie ist dramatisch. Aufgrund der hohen Energiepreise drohen nun die ersten Werksschließungen und Stilllegungen der Produktion.
Wer es jetzt noch nicht verstanden hat, dass es in der Fliesenindustrie fünf vor zwölf ist, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Ohne staatliche Hilfen droht hier eine Branche den Bach runter zu gehen, die für Italien prägend ist. Fliesen „Made in Italy“ sind ein nationales Aushängeschild.
„Was wir derzeit erleben, ist eine allgegenwärtige Energiekrise, von der kein Unternehmen der Branche verschont bleibt“, erklärt Ciarrocchi. Und auch in diesem Zitat liegt Sprengkraft. Denn es wird nicht nur die Italiener treffen, sondern ebenso die Spanier, Türken, Polen etc. Die Kleinen und die Großen, die bekannten und die weniger bekannten Hersteller. Die deutschen Hersteller mussten schon schmerzhaft feststellen, wie rau der Markt geworden ist.
Die Konsequenz wird sein, dass sich der Markt drastisch bereinigen wird. Nur die starken, sprich finanzstarken Unternehmen mit langem Atem werden überleben. Wer unvoreingenommen auf den Markt schaut wird eingestehen müssen, dass es in Europa zu viele Fliesenwerke gibt für einen kontinuierlich schrumpfenden Markt.
Hoffen wir, dass sich die Lage bald entspannt. Denn es geht auch um die 40.000 direkten und indirekten Mitarbeiter der italienischen Keramikindustrie und weitere Zigtausende in ganz Europa.





