Etwa alle zwei Jahre veranstaltet Klebstoff-Hersteller Uzin einen Pressetag – wir berichteten zuletzt im Dezember 2023 aus Berlin. Nun hatte Uzin die Branchen-Fachpresse anlässlich des 75-jährigen Klebstoff-Jubiläums nach Hamburg eingeladen – verbunden mit einem Besuch in einer Strandkorb-Manufaktur in Buxtehude, wo Uzin-Produkte als erfolgreiche Problemlöser zum Einsatz gekommen sind.

Strategie-Informationen für die Fachpresse: Uzin-Pressetag im Hamburger Lindtner-Hotel.
Geschäftsführer Steffen Kallus startete mit einem Rückblick auf die 115-jährige Firmengeschichte, die Georg Utz in Wien mit der Produktion von Schuhcreme und Bohnerwachs unter dem Markennamen Uzol 1911 startete. Der Start der „Klebstoff-Ära“ erfolgte erst 1948 mit der Anmeldung der Marke Uzin. Kallus präsentierte die wichtigsten Entwicklungssteps, die ihre bisherigen Höhepunkte in der Einführung der neuen Spachtelmassen-Generation „Fusiontec“ 2023 (wir berichteten hier) und zweier neuer Produkte für rückstandsfrei entfernbare verlegte Bodenbeläge 2025: EasyLift Primer und Klebstoff KE 66 HT fand.
Branchenaufruf zur Entwicklung kreislauffähiger Systeme
Mehr als 30 Prozent der gesamten Spachtelmassen-Produktion entfalle bereits heute auf das Fusiontec-Programm, so Kallus, für das er ab Mai dieses Jahres zwei weitere Spachtelmassen zur Komplettierung ankündigte. Und kreislauffähigen Klebstoffsystemen gehöre auf jeden Fall die Zukunft, betonte Kallus, der allerdings reklamierte, dass derzeit noch jeder Bauchemie-Hersteller sich nur intern mit dem wichtigen Branchenthema beschäftige. Der Uzin-Geschäftsführer rief die Bodenbelagshersteller sowie seine Kollegen aus der Klebstoffindustrie gleichermaßen dazu auf, ein branchenweites Kreislaufsystem aus der Taufe zu heben.

Uzin-Vertriebsleiter Michael Abraham: Der Uzin-Plan soll ein Wachstum von acht bis zwölf Prozent pro Jahr bis 2030 erbringen.
Michael Abraham, Uzin-Vertriebsleiter für Deutschland und Österreich präsentierte eine Reihe von Marktzahlen, die den Bodenlegern im Neubau in beiden Ländern – im Unterschied etwa zur Schweiz – für die kommenden Jahre wenig Hoffnungen machen. Am Ausschreibungsmarkt würden wenige Aufträge auf viele Bieter treffen, pointierte Abraham. Laut der von ihm vorgestellten Zahlen sei in Anbetracht des „verteuerten Neubaus“ bis 2028 nur mit einem leichten Zuwachs bei der Genehmigung sowie der Fertigstellung von Wohnbauten zu rechnen. Die Umnutzung und Revitalisierung im Baubestand hingegen werde laut Abraham dafür sorgen, dass der Renovierungsmarkt sich – wie bisher schon – besser entwickeln könne.
Eine positive Entwicklung, die der Branche guttun werde, verzeichnet Abraham beim modularen Bauen, welches den Bau in Zukunft strukturell verändern werde. Besser als die Gebäudeklasse E sei modulares Bauen geeignet, billiger und effektiver zu bauen sowie zugleich ein probates Mittel gegen den grassierenden Fachkräftemangel. Da Abraham aber konstatiert, dass der vorhandene Markt nicht mehr alle satt machen könne, lautet sein Fazit: „Wer wachsen will, braucht einen eigenen Plan!“
Uzin-Vorhaben: Global Player werden und damit Wachstum generieren
Steffen Kallus verkündigte alsdann, dass die Uzin Utz-Gruppe sowie auch die Marke Uzin sich für den neu gestarteten Strategie-Zyklus ein Wachstum von acht bis zwölf Prozent per anno bis 2030 vorgenommen hätten. Dank des organischen Wachstums der letzten Zeit habe man sich ein solides Fundament für die Arbeit der nächsten Jahre erarbeitet, noch sei man aber „ein Nischenplayer und in dieser Nische nachhaltig gewachsen“, so Kallus.
Um künftig ein „Global Player“ zu werden, wolle Uzin ein lokaler umfassender Systemanbieter in den Märkten werden, postulierte er. Die arabische Halbinsel, Nordamerika, Australien, Neuseeland sowie auch einige europäische Staaten sieht Kallus als geeignete Wachstumsregionen für die Marke Uzin. Und selbst im deutschen Markt könne man dank zukunftsfähiger Produkte ein signifikantes Plus erreichen.

Stellten die neuesten Uzin-Problemlöser in Aktion vor: Thomas Schneider (l.) und Manfred Scherb.
Manfred Scherb, Leiter des Produktmanagements und der Leiter der Uzin-Anwendungstechnik, und Thomas Schneider führten im Folgenden einige dieser problemlösenden Produkte in Aktion vor. Stolz ist das Uzin-Team insbesondere auf den bereits 1990 eingeführten Klebstoff KE 2000 S, für den man errechnet hat, dass mit ihm in den vergangenen 35 Jahren etwa 300 Millionen Quadratmeter Bodenbeläge weltweit verlegt worden seien. Für diese Leistung hat man dem Produkt eigens ein goldenes Sondergebinde verpasst.
Bei den Produktvorführungen fokussierten Scherb und Schneider sich auf die neuesten Trockenklebstoffe – wie etwa Uzin Elements, den rückstandfrei entfernbaren PVC-Designbelags-Trockenkleber Folienträger. Manfred Scherb freut sich besonders darüber, dass hierbei die im Belag enthaltenen Weichmacher eine wichtige Funktion erfüllen: Sie diffundieren zu einem großen Teil bereits binnen weniger Stunden ins Kleberbett und sorgen für die Klebstoff-Festigkeit wie die Komponente B in einem zweikomponentigen Klebstoffsystem.
Video-Interview mit Tanja Peter, Head of Corporate Communications der Uzin Utz-Gruppe und Steffen Jens Kallus, Head of Business Unit Uzin:
Kreislauffähige Easylift-System
Schneider und Scherb zeigten zudem das kreislauffähige Easylift-System aus Dispersions-Wiederaufnahmevorstrich und Systemklebstoff: Mit einem einfachen und kostengünstigen Zusatzschritt – dem Easylift-Vorstrich – werden die mit KE 66 verklebten Bodenbeläge kraftschonend bis zu dreimal entfernbar und neu verlegbar.
Zum Abschluss des Tagesprogramms führten Tim Maas (Uzin-Außendienstmitarbeiter in Schleswig-Holstein), Nils Gosebeck (Geschäftsführer Die Strandkorbprofis Buxtehude) und Norman Krüger (Geschäftsführer und Gründer Krüger Fußbodenbau in Neu Wulmstorf) das Uzin-Team sowie die Pressevertreter durch die Strandkorb-Manufaktur, deren Showroom Krüger dank der Produktinnovation Uzin Plurafilm Hydro – ein Trockenklebstoff mit integrierter Feuchtesperre, der auf restfeuchten Untergründen verlegt werden kann und sofort begehbar ist – extrem schnell einsatzbereit gestaltete. Da der Betrieb während der Umbauphase möglichst wenig beeinträchtigt werden sollte, musste die Bodenverlegung schnell gehen, was bei herkömmlicher Bodenvorbereitung – Kugelstrahlen und Fräsen der flügelgeglätteten Betonfläche – nicht möglich gewesen wäre. Mit Plurafilm Hydro aber verlegte ein dreiköpfiges Krüger-Team 700 Quadratmeter Designbeläge in nur drei Arbeitstagen direkt auf den Hallenboden.

Besichtigten mit der Fachpresse ein fertiggestelltes Uzin-Projekt: Das Uzin-Team in der Strandkorb-Manufaktor in Buxtehude.





