Das weltweit größte Bismarck-Denkmal steht auf einer Anhöhe im Alten Elbpark im Hamburger Stadtteil St. Pauli. Nach den Plänen des Architekten Johann Emil Schaudt und des Bildhauers Hugo Lederer wurde es Anfang des 20. Jahrhunderts im Stil einer hanseatischen Rolandsfigur gebaut und so aufgestellt, dass die insgesamt 34 Meter hohe Figur stadtauswärts auf die Elbe blickt.
Den Besucherinnen und Besuchern bietet sich von der begehbaren Kuppel des Denkmals ein eindrucksvoller Blick über die Stadt und die Elbe. Damit sie diese Aussicht auch weiterhin unbeschwert genießen können, wurde das seit 1960 unter Denkmalschutz stehende Monument mit Mitteln der Bundesregierung Deutschland sowie der Freien und Hansestadt Hamburg in den letzten Jahren umfangreich instandgesetzt. Diese Arbeiten fanden im Zuge einer umfassenden Revitalisierung des Alten Elbparks statt, die zur Aufwertung dieses Teils der Stadt beitragen soll.

Der Sockel des Denkmals wurde komplett saniert und stabilisiert, um ihn der Öffentlichkeit dauerhaft zugänglich zu machen.
Das Denkmal ist laut der Hamburger Behörde für Kultur und Medien aus der Perspektive des Denkmalschutzes aus zwei Gründen schützenswert: Erstens als Kunstobjekt mit einer Verbindung aus architektonischer und figürlicher Darstellung und zweitens als Zeugnis des nationalsozialistischen Erbes, das durch den im Sockel befindlichen Bunker und die ungewöhnliche Ausschmückung überliefert ist. Das Verhältnis zwischen dem ehemaligen Reichskanzler und der Bevölkerung der Stadt war von jeher zwiespältig, daher war auch sein Denkmal von Beginn an umstritten. (siehe Infokasten).
Vor seiner Sanierung wies das Denkmal unterschiedliche Schäden auf, deren Instandsetzung im Wesentlichen auf den baulichen Erhalt zielte. Im Zuge dessen wurde eine neue Verankerungskonstruktion im Gebäudeinneren geschaffen, um das Bauwerk dauerhaft zu stabilisieren. Zur Verbesserung des Raumklimas im begehbaren Denkmalinneren wurde eine Lüftungsanlage eingebaut, darüber hinaus wurde ein Vorraum als neuer Zugang geschaffen.
Zuverlässige Drainage für den Naturstein
Wesentliche Bestandteile der Sanierung waren die Reinigung sämtlicher Natursteinflächen sowie umfangreiche Maßnahmen zur Abdichtung und Entwässerung der begehbaren Stufen des Denkmalsockels. „Die Anlage besteht aus einer Betonkonstruktion und ist mit unterschiedlich bearbeiteten Platten aus Kappelrodecker Granit verkleidet“, erläutert Svenja Abraham vom Architektenbüro adb, Büro für Architektur, Denkmalpflege und Bauforschung Steffen Obermann in Berlin. „Um die Betonkonstruktion teilweise abtragen und begradigen zu können, musste die Natursteinbekleidung vorübergehend abgenommen werden. Auf diese Weise konnten die notwendige Abdichtung und Drainage aufgebracht werden.“

Für die Arbeiten an den Sockelstufen wurde die Natursteinbekleidung vorübergehend entfernt und gereinigt.
Für eben diese Drainage hat die Hermann Bade Dächer GmbH & Co. KG aus Bad Bevensen, die sich unter anderem auf den Bereich Denkmalpflege spezialisiert hat, die bewährte Flächendrainagefolie Schlüter-Troba-Plus 8G eingesetzt. „Notwendig war der Einbau einer solchen Drainageschicht hier, um das eventuell durch Steinfugen einsickernde Niederschlagswasser dauerhaft sicher abzuleiten, damit keine Wasseranstauungen entstehen können“, erläutert Geschäftsführer Hermann Bade. Trotz einiger Herausforderungen bei diesem speziellen Projekt – so war das Zeitfenster zwischen der Verlegung der Matte und der darauffolgenden Verarbeitung des Belags durch den Steinmetz teilweise mehrere Wochen groß – lief der Einbau problemlos, so Bade. „Als Unternehmen der Bedachungsbranche hatten wir mit dieser Lösung zwar noch keine Berührungspunkte, aber die Anforderungen, die das Bauwerk an die Flächendrainage stellt, werden von Troba-Plus 8G absolut erfüllt“, ergänzt Bade. Um zu verhindern, dass der zwischen Matte und Naturstein eingebrachte Drainmörtel in die Stöße und damit in die Zwischenräume der Matte gelangt, wurden diese Stöße mit dem Überdeckungsband Schlüter-Ditra-Drain-Stu abgedichtet.

Den Besucherinnen und Besuchern bietet sich hier eine eindrucksvolle Möglichkeit, den Blick über Hamburg und die Elbe schweifen zu lassen.
Die Flächendrainage Schlüter-Troba-Plus 8G besteht aus einer geschlossenen Polyethylenfolie mit einseitig ausgeformten Noppen, auf denen ein Gittergewebe aufkaschiert ist, und wird über horizontal im Gefälle verlegten Abdichtungen eingebaut. Die eng stehenden, als Kegelstumpf ausgeformten Noppen halten sehr hohen Druckspannungen stand und dienen so auch dem Schutz der Abdichtung, da die Matte für eine gleichmäßige und vollflächige Lastverteilung auf der Abdichtung sorgt. Troba-Plus 8G stelzt die Belagskonstruktion ganzflächig um 8 Millimeter auf – so werden auch kleinere Fehler im Abdichtungsgefälle, wie etwa Unebenheiten oder Erhöhungen im Überlappungsbereich, die zu Wasserstauungen führen, wirksam überbrückt.
Ausgeführt wurden die Arbeiten in mehreren Abschnitten – und das aus gutem Grund: „Bei einem solchen Projekt kann es immer zu unvorhergesehenen Situationen kommen, die zu Unterbrechungen führen; allein schon, weil es sich um ein Bauwerk im Außenbereich handelt, an dem witterungsbedingt nicht immer gearbeitet werden kann“, weiß Svenja Abraham. Im konkreten Fall des Bismarck-Denkmals wurde die Flächendrainage abschnittsweise auf einer zuvor eingebrachten Flüssigkunststoffabdichtung eingebaut. Im Anschluss daran wurde die Natursteinverkleidung remontiert und neu verfugt.

Um zu verhindern, dass der zwischen Matte und Naturstein eingebrachte Drainmörtel in die Zwischenräume eindringt, wurden die die Mattenstöße mit dem Überdeckungsband Schlüter-DITRA-DRAIN-STU abgedichtet.
Nach Abschluss der Arbeiten im Inneren des Denkmals sowie der vollständigen Verlegung der Natursteinplatten auf den Sockelstufen sind das Bismarck-Denkmal sowie seine unmittelbare Umgebung wieder komplett für die Öffentlichkeit zugänglich. Im Umfeld des Parks bietet der Sockel der riesigen Statue eine hohe Aufenthaltsqualität sowie einen herrlichen Blick auf Hamburg und die Elbe. Mit der zuverlässigen Drainage der Natursteinflächen durch Schlüter-Troba-Plus 8G ist sichergestellt, dass Wind und Wetter dem Sockel des Denkmals dauerhaft nichts anhaben können.

Nach Abschluss der Arbeiten im Inneren sowie am Sockel sind das Denkmal sowie seine Umgebung wieder komplett öffentlich zugänglich. Die zuverlässige Drainage der Natursteinflächen stellt sicher, dass Wind und Wetter dem Sockel dauerhaft nichts anhaben können.
Infokasten:
Das Bismarck-Denkmal im heutigen Kontext
Das Verhältnis der Hamburgerinnen und Hamburger zu Otto von Bismarck war laut eines Artikels auf dem offiziellen Stadtportal hamburg.de stets eher zwiespältig und das größte Denkmal Hamburgs daher von Anfang an umstritten. In traditionell hanseatischer Form einer Rolandsstatue gebaut soll es Sinnbild für Gerechtigkeit, Freiheit und Wohlstand sein – bei vielen Hamburgerinnen und Hamburgern stieß und stößt die Idealisierung Bismarcks als Schutzpatron dieser Werte auf Kritik, nicht zuletzt, weil er als Wegbereiter des deutschen Kolonialismus gilt.
Im Zuge der Sanierung wurde Kritik laut, die Stadt ordne das Bismarck-Denkmal nicht genügend in den historischen Kontext ein. Zu diesem Zweck hat Hamburgs Behörde für Kultur und Medien 2022 mit der Stiftung Historische Museen einen Wettbewerb ausgerufen, um die komplexen Bezüge des Denkmals zu Kolonialismus, Nationalsozialismus, Diskriminierung und Fragen der sozialen Gerechtigkeit sichtbar zu machen. Als Folge daraus wird nun ein koloniales Erinnerungskonzept ausgearbeitet, bei dem eng mit Schulen zusammengearbeitet werden soll. Am Denkmal selbst sollen außerdem weiterführende Informationen zum Thema angebracht werden.





