
Der Get-together-Abend fand auf dem Schiff „Cap San Diego“ statt. Leider spielte das Wetter nicht mit …
Aufsichtsratvorsitzender Boy Meesenburg betonte in seiner Eröffnungsrede, wie herausfordernd die Zeiten für die Baubranche derzeit seien – es fehlten noch spürbare Aufschwünge – und appellierte daher an starke Nerven. Die Eurobaustoff zeige sich jedoch als belastbarer Verbund, was sich unter anderem in der Aufnahme zahlreicher neuer Gesellschafter zeige.
Zudem erinnerte er an Hartmut Möller, der im Vorjahr krankheitsbedingt ausfiel und nicht zurückkehren konnte – ein Verlust, war Möller doch fachlich und menschlich eine feste Größe für den Zusammenschluss, so Meesenburg. Anschließend stellte Meesenburg die Region Eurobuastoff Nord vor: 102 Gesellschafter mit 290 Standorten generierten ein zentrales Fakturierungsvolumen von 1,8 Mrd. €. Ein Beleg für die Stärke der regionalen Basis.

Boy Meesenburg
Baupolitische Einschätzung
Michael Hölker, Geschäftsführer des BDB, der für die verhinderte Katharina Metzger das Grußwort des BDB übernommen hatte, sprach über die Erwartungen an die neue Bundesbauministerin Verena Hubertz. Er würdigte die ersten Gespräche als vielversprechend – auch wenn manches nicht 1:1 umsetzbar sei. Dennoch habe sich die politische Stimmung in Berlin aufgehellt – die Zusammenarbeit zwischen Baustoffhandel und Politik belebe die Branche.

Blick auf das Podium mit Aufsichtsräten und Geschäftsführern.
Zahlen, Zahlen, Zahlen
Eurobaustoff-Finanzgeschäftsführer Jörg Hoffmann legte den Bericht für 2024 vor: Der fakturierte Einkaufsumsatz sank leicht um 2,8 % auf 7,4 Mrd. €. Der Bereich Fliese, Fliesenzubehör und Naturstein trug 4,4 % am Gesamtportfolio bei und verzeichnete in den ersten fünf Monaten 2025 ein Plus von 0,7 % gegenüber 2024. Und dies, obwohl in der Fliesenbranche zugleich mangelnde Neubauprojekte sowie Überkapazitäten bei Zulieferern – insbesondere aus Spanien und Italien – spürbar seien. Die Erläuterungen Hoffmanns zeigten: Die Eurobaustoff ist robust aufgestellt, doch der Mangel an Fachkräften (derzeit 493 Beschäftigte) bleibt eine zentrale Herausforderung.

Jörg Hoffmann
Zukunftsorientierte Impulse
Dr. Eckard Kern, Vorsitzender der Eurobaustoff Geschäftsführung, griff in seinem Impulsvortrag mit dem Titel „Unsere Werte sind unsere Stärke“ die gemischten Signale des Jahres 2025 auf: Januar und Mai brachten fast zweistellige Zuwächse, während Februar und April hinter den Erwartungen lagen. Trotz des baupolitischen Rückgangs von -14,4 % in 2024 zeigte sich nach seiner Aussage ein leichter Optimismus – die Auftragseingänge steigen, das Bauvolumen wächst und die Eigenkapitalquote der Gesellschafter konnte zwischen 2016 und 2023 um +21,2 % gesteigert werden.

Dr. Eckard Kern
Ziele der Eurobaustoff für die Zukunft sind: Ausbau der Handelsmarken, Fokus auf das Thema Sanierung sowie die Einführung von CampusNet, einer neuen Kommunikationsplattform, die das alte System ikomsys ablösen wird. Der Start dafür ist Anfang 2026 vorgesehen. Auch die Themen Künstliche Intelligenz und Cyberkriminalität standen auf der Agenda von Dr. Kern: Die Eurobaustoff möchte KI-Lösungen vorantreiben, Dr. Kern warnte zugleich vor IT-Risiken und empfahl jedem Gesellschafter, sich hier professionell aufzustellen.
Nach der Mittagspause zeigten Eurobaustoff Jung-Unternehmer mit Pia Beinköfer‑Edlinger, Philipp Middelkamp und Felix Ziegler ihre Perspektiven auf. Das taten sie wie immer erfrischend kritisch, aber dabei auch konstruktiv. Sie betonten die Bedeutung aktiver Mitarbeit in den Fachgruppen und sprachen sich gegen Mitarbeiter-Abwerbung zwischen Wettbewerbern aus.

Wechsel in der Geschäftsführung: Jörg Hoffmann (lks.) gab den Staffelstab an Holger Reviol (rechts) weiter. Boy Meesenburg (Mitte) bedankte sich bei beiden für ihr Engagement.
Abschied & Aufbruch
Mit Standing Ovations wurde dann Jörg Hoffmann verabschiedet, der seit 2004 die Finanzen der Eurobaustoff lenkte. Ab 1. Juli übernimmt sein bisheriger Stellvertreter, Holger Reviol, die Leitung. Dann ging es um die zukünftige Besetzung des Aufsichtsrates. Dafür wurde ein sogenannter „satzungsdurchbrechenden Beschluss“ notwendig. Hintergrund: Bei der Wahl des Aufsichtsrates in 2026 würden vier Aufsichtsratsmitglieder ausscheiden. Altersbedingt Boy Meesenburg (Nord) als Vorsitzender und Dieter Kömpf (Süd) als sein Stellvertreter. Benedikt Uhle (Rheinland) und Georg Böcking (Mitte) wollen mit ihrem Rückzug aus dem Aufsichtsrat einen Generationswechsel einleiten.
Aus Sicht der Geschäftsführung eine herausfordernde Konstellation, da im Jahr 2026 somit die Hälfte der acht Aufsichtsratsmitglieder ihren Platz räumen würde. Als praxisorientierte Lösung wurde nun ein „satzungsdurchbrechender Beschluss“ gefasst, der es einmalig erlaubt, die Altersgrenze für eine Wahlperiode anzuheben.
Damit soll dem amtierenden Aufsichtsratsvorsitzenden Boy Meesenburg eine weitere Amtszeit ermöglicht werden. Nach der erfolgreichen Abstimmung und dem Beschluss in Hamburg sowie seiner erneuten Nominierung von Boy Meesenburg im Rahmen der Regionalversammlung Nord im Frühjahr 2026, kann er auf der Gesellschafterversammlung im Juni 2026 für eine weitere Amtszeit als Aufsichtsratsvorsitzender bestätigt werden. Dieter Kömpf, Benedikt Uhle und Georg Böcking werden im nächsten Jahr wie gewünscht aus dem Aufsichtsrat ausscheiden. In Hamburg wurde zudem Johannes Baier, Geschäftsführer Lueb+Wolters (Borken), erneut zum Aufsichtsratsmitglied für die Region Westfalen gewählt.
Die Position von Hartmut Möller bleibt bis zum 1.1.2026 vakant, dann soll ein Nachfolger bzw. eine Nachfolgerin vorgestellt werden. Außerdem präsentierte man neue Mitglieder für den Aufsichtsrat sowie die künftigen Geschäftsführer für Österreich und die Schweiz (Sadet Dzelili, Marcus Henkel).

In Hamburg gab es für die Eurobaustoff Gesellschafter eine Menge abzustimmen…
Zum Abschluss der Versammlung betrat Lars Friis Cornett, Deutschland-Direktor bei Femern A/S, als Gastredner die Bühne. Er berichtete über das größte europäische Infrastrukturprojekt: die geplante 18 Kilometer lange Fehmarnbeltquerung zwischen Deutschland (Fehmarn) und Dänemark. Lars Friis Cornett zeigte sich bei der Vorstellung überzeugt, dass der Norden der Republik vom Zusammenwachsen Deutschlands, Dänemarks und Schwedens als Wirtschaftsregion profitieren werde.
Die nächste Eurobaustoff-Gesellschafterversammlung wird am 19. Juni 2026 in Wiesbaden stattfinden.
Video-Interview mit Dr. Eckard Kern:





