Das Bauhauptgewerbe in Deutschland (Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten) hat den April 2026 laut Statistischem Bundesamt beim Umsatz positiv abgeschlossen, während der Auftragseingang nur knapp das Vorjahresniveau hält.
Demnach veränderte sich der Umsatz im April 2026 real um 3,6 Prozent (nominal +6,3 Prozent) gegenüber dem Vorjahresmonat, der Auftragseingang real um 0,6 Prozent (nominal +3,6 Prozent). Kumuliert für Januar bis April lag der Umsatz nominal auf Vorjahresniveau (±0,0 Prozent), der Auftragseingang bei +1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Der Umsatz legte in allen drei Hauptsparten zu – getragen vor allem vom Tiefbau, während der Hochbau verhaltener blieb. Beim Auftragseingang zeigt sich dasselbe Muster noch deutlicher: Der Tiefbau legt zu, während der gewerbliche und öffentliche Hochbau spürbar nachgeben.
Lichtblick ist der zuletzt schwache Wohnungsbau, der als einziger Hochbau-Bereich bei Umsatz und Auftragseingang über dem Vorjahr lag. Für eine Trendwende reicht das jedoch nicht: Der Jahresauftakt blieb schwach, und die hohen Materialkosten wirken weiterhin belastend auf die Auftragseingänge.
Dazu Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB): „Der April zeigt ein zwiespältiges Bild. Beim Umsatz geht es nominal gegenüber dem Vorjahr nach oben – aber fast ausschließlich, weil der Tiefbau läuft. Im gewerblichen und öffentlichen Hochbau brechen uns dagegen die Aufträge weg. Das ist das eigentliche Alarmsignal: Wo heute keine Aufträge hereinkommen, fehlt morgen die Arbeit. Ein Lichtblick ist der Wohnungsbau, der nach langer Schwäche erstmals wieder Zuwächse bei Auftragseingang und Umsatz verbucht. Das macht Hoffnung, ist aber noch keine Trendwende – im Jahresverlauf liegen wir hier weiter deutlich zurück. Und die gestiegenen Materialpreise bleiben eine schwere Hypothek.“
Wohnungsbau: Positive Tendenzen verfestigen sich
Im Wohnungsbau lagen im April sowohl Umsatz (nominal +7,1 Prozent) als auch Auftragseingang (nominal +8,9 Prozent) über dem Vorjahresniveau. Damit zeigt sich erstmals seit Längerem wieder ein Monat, in dem beide Indikatoren gemeinsam zulegen. Das passt zur zuletzt zu beobachtenden Stabilisierung bei den Baugenehmigungen: Da Genehmigungen dem Umsatz erfahrungsgemäß mit mehreren Monaten Vorlauf vorausgehen, könnte sich hier eine allmähliche Belebung andeuten.
Von einer Trendwende kann dennoch keine Rede sein. Im bisherigen Jahresverlauf liegt der Wohnungsbau-Umsatz weiterhin 4,6 Prozent unter dem Vorjahr. Angesichts eines jährlichen Neubaubedarfs von rund 320.000 Wohnungen reichen die aktuellen Entwicklungen nicht aus, um die Wohnungsnot spürbar zu lindern.





