Obwohl: digitales Improvisieren hat die Sopro schon lange nicht mehr nötig. Als einer der ersten Hersteller am Bau überhaupt setzten die Wiesbadener bereits vor fünf Jahren massiv auf digitale Schulungs-Formate. Mario Sommer, Leiter der Sopro Anwendungstechnik, avancierte in den letzten Jahren in zahlreichen Webinaren zum Kamera erprobten Moderator, viele Kollegen folgten ihm inzwischen ins Rampenlicht.
Auf der Pressekonferenz führte Sommer die Zuhörer dann wie immer fachmännisch durch die digitalen Objektwelten. Oft sah es dabei so aus, als stände er dabei wirklich gerade live vor Ort – in Schwimmbädern oder anderen Großobjekten, die die Sopro letztes Jahr fertiggestellt hat.

Sieht aus als wäre er live vor Ort, ist aber nur virtuelle Welt: Mario Sommer bei den Objektvorstellungen.

Krisenjahr hervorragend überstanden
So verwundert es kaum, dass die Sopro Bauchemie Deutschland auch das Krisenjahr 2020 vergleichsweise gut überstanden hat. Das Unternehmen konnten nach aktuellen Aussagen auf der digitalen Pressekonferenz den letztjährigen Umsatz weiter ausbauen und ein Umsatzwachstum von über 10% auf knapp unter 180 Mio. € erzielen. In der gesamten Sopro Gruppe, kumuliert mit allen Umsätzen der Sopro Auslandstöchter und Exportaktivitäten, erreichte man im ablaufenden Jahr voraussichtlich ein Wachstum von über 8% auf insgesamt etwa 255 Mio. €.
Dazu Michael Hecker: “Damit haben wir als Gruppe in unserem bauchemischen Kerngeschäft in vielen europäischen Ländern unsere Spitzenpositionen in unserem Marktumfeld ausbauen und festigen können.“ Und das, obwohl es in einigen europäischen Auslandsmärkten aufgrund der Pandemie massive Einbrüche gegeben hat. So mussten die Fliesenmärkte in den Niederlanden 14 %, in Ungarn und der Schweiz gar Rückgänge von 20 % hinnehmen. „Mit solchen Marktbedingungen waren wir in der Vergangenheit nie konfrontiert. Umso erstaunlicher, aber auch erfreulicher ist die ausgesprochen gute Entwicklung unserer Umsätze im laufenden Geschäftsjahr. Dies bestätigt, dass unsere Konzepte den Anforderungen der Märkte entsprechen. Zudem konnten wir unsere Lieferbereitschaft stets sicherstellen – wenn auch teilweise mit erheblichen Anstrengungen,“ so Hecker weiter.
Wettbewerb in der Bauchemie hat an Schärfe zugelegt
Die Entwicklung in Deutschland scheint seit Jahren für die Sopro fast entkoppelt vom Fliesenabsatz. Die „Fliesentechnik Produkte“ der Sopro konnten in diesem Jahr erneut mengenseitig deutlich zulegen. Die generelle Absatzentwicklung der keramischen Produzenten stagniert hingegen nun schon einige Jahre.
Dazu Andreas Wilbrand: „Vor dem Hintergrund des erneut überproportional angestiegenen Sopro Kleber- und Fugenmörtelabsatzes zeigt sich, dass wir in Deutschland die sortimentsbezogene Marktposition entgegen der Markt- und Wettbewerbsentwicklung weiter ausbauen und festigen konnten. Dabei möchten wir festhalten, dass der Wettbewerb im bauchemischen Umfeld an Schärfe keineswegs nachgelassen hat und die Margen bei vielen Anbietern vermutlich unter Druck stehen.“
Für den Erfolg nennt Wilbrand mehrere Gründe: “Die Kostensenkungsmöglichkeiten sind weitgehend ausgereizt – der größte Umsatz kommt häufig aus dem Bereich bestehender und etablierter Produkte. Ohne Innovationen würde es noch schwieriger werden, Wachstum im stagnierenden Marktumfeld zu ermöglichen. Die Schärfung der Marke, die echte Bedeutung und der Mehrwert derselben werden immer wichtiger. Erst recht, weil die Tendenz zu gesichtslosen Private Label Produkten weiterhin ausgeprägt ist.“
„Wir hatten uns auf einen Rückgang des Geschäftes vorbereitet“
Wie so viele Hersteller aus dem Bausektor hat die Sopro Deutschland somit die Covid-Pandemie bislang unbeschadet überstanden. Dabei kann sich Wilbrand noch gut an die ersten Wochen der Pandemie erinnern: “Unsere so enorm positive Unternehmensentwicklung 2020 in Deutschland war und ist natürlich auch beeinflusst von der schrecklichen Covid-19 Pandemie, die ab März unsere „Routinen“ enorm herausgefordert hat. Es war besonders Ende des 1. Quartals und auch noch im zweiten Quartal überhaupt nicht abzusehen, dass wir ohne negative Auswirkungen die Krise bewältigen könnten. Es gab im März/April auch interne Szenarien, in denen wir uns auf einen möglichen deutlichen Rückgang unseres Geschäftes vorbereitet haben. Lockdowns vieler Wirtschaftsbereiche, Quarantänemaßnahmen, Öffnungs- Limitierungen oder gar Schließungen von Handelshäusern und Verkaufs-Outlets paarten sich mit zahllosen logistischen Herausforderungen in der Rohstoffbeschaffung, in der Ein- und Ausgangslogistik und natürlich auch den vielen Organisationsveränderungen in unseren eigenen Teams. Aus Norditalien kamen zu diesem Zeitpunkt schreckliche Informationen zur Covid-19 Pandemie und deren Auswirkungen, die wir uns bis dahin nicht vorstellen konnten.“ (sehen Sie dazu auch unser Video-Interview mit Andreas Wilbrand aus dem Frühjahr 2020 hier).
Position 2021 weiter verteidigen und ausbauen
Auch beim Blick in das kommenden Jahr wird den Wiesbadenern nicht Bange. „Wir sind grundsätzlich überzeugt, dass Bauinvestitionen in Neubauprojekte und Konsumausgaben für Renovierungs- und Sanierungsvorhaben trotz vielen Risiken auch künftig weiterhin steigen werden, auch weil sich für viele Konsumenten andere Kapitalanlageformen als weniger attraktiv oder zu risikoreich erweisen. Zusammenfassend sind wir seitens der Sopro Gruppe sehr zuversichtlich, wirtschaftlich stark und attraktiv genug zu sein, um auch im Jahr 2021 unsere Position weiter verteidigen und ausbauen zu können.“

Aktuell ist die Sopro Deutschland bekanntermaßen in der Planung des Neubaus eines modernen leistungsfähigen Laboratoriums für Forschung, Entwicklung und Anwendungstechnik, kombiniert mit einem attraktiven Kunden- und Schulungszentrum in Wiesbaden, nahe der Sopro Produktion in Amöneburg. Dort werden dann auch die zukünftigen Schulungsveranstaltungen und Profi-Tage stattfinden. Und bei aller Digital-Kompetenz hoffentlich bald auch wieder live und mit Teilnehmern vor Ort.






