Der Wohnhochhauskomplex „The Saxxon“ in Frankfurt am Main wurde nach Plänen von AS+P Albert Speer + Partner umfassend saniert und revitalisiert. Die Grundlage des Projekts bildet ein Dreiklang aus energetischer, technischer und architektonischer Aufwertung. Das Konzept umfasst dabei auch die Neugestaltung der Eingangsbereiche mit einem zusätzlichen Eingangsbauwerk.
Die sanierungsbedürftige und teils asbesthaltige Fassade wurde vollständig zurückgebaut und durch eine vorgehängte, hinterlüftete Tonality-Keramikfassade von Leipfinger-Bader ersetzt. Dank des geringen Eigengewichts der Keramikplatten konnte das Gesamtgewicht der Fassade um mehr als 50 Tonnen reduziert werden – ein entscheidender Vorteil im Hinblick auf Statik und Nachhaltigkeit. Gleichzeitig überzeugt die neue Gebäudehülle durch Robustheit, Langlebigkeit und Wartungsarmut. Der Graffitischutz ist dabei bereits in die Keramik integriert und muss nicht erneuert werden.

Die Nähe zum Frankfurter Stadtwald sowie die Lage im gefragten Stadtteil Sachsenhausen unterstreichen die Attraktivität des Standorts. Im Zuge der umfassenden Sanierung wurde neben einem neuen energetischen Konzept auch die Gebäudehülle in mehreren Bauabschnitten erneuert und mit einer individuell gefertigten Tonality-Keramikfassade ausgestattet. Fassaden- und Fensterausführung entsprechen dabei den Effizienzstandards der BAFA für förderfähige Einzelmaßnahmen.
Architektonische Aufwertung
Ziel der Sanierung war es, die Gebäude nicht nur technisch und energetisch auf den neuesten Stand zu bringen, sondern auch architektonisch deutlich aufzuwerten. Eine besondere Herausforderung stellte die bestehende Fassade dar, die aus Zementfaserplatten bestand und teilweise asbesthaltig war. Der fachgerechte Rückbau und die Entsorgung erforderten daher besondere Sorgfalt. Gleichzeitig verlangte die stark gegliederte Gebäudestruktur mit zahlreichen Rücksprüngen, Balkonbrüstungen und Fensterachsen nach einer individuellen Fassadenlösung mit hoher gestalterischer Flexibilität.
Vor diesem Hintergrund fiel die Entscheidung auf eine vorgehängte, hinterlüftete Fassade mit keramischer Bekleidung. Der hinterlüftete Aufbau verbessert die energetische Performance, schützt die tragende Bausubstanz vor äußeren Einflüssen und trägt so zur Langlebigkeit der Konstruktion bei. Darüber hinaus sorgt die doppelschalige Struktur für zusätzlichen Schall- und Wärmeschutz. Insgesamt wurden über 5.000 Quadratmeter keramische Tonality-Fassadenelemente von Leipfinger-Bader verbaut. Mit einem Modulmaß von 300 Millimetern Höhe handelt es sich dabei nicht um Serienprodukte, sondern um projektbezogen im Westerwald individuell gefertigte Elemente – ein wesentliches Qualitätsmerkmal.
Geringes Eigengewicht der Keramik
Das geringe Eigengewicht der Keramik spielte insbesondere bei der Sanierung eine zentrale Rolle. Mit etwa 35 Kilogramm pro Quadratmeter lassen sich bei 1.000 Quadratmetern Fläche rund zehn Tonnen Gewicht einsparen. Insgesamt reduzierte sich das Fassadengewicht um mehr als 50 Tonnen. Diese Entlastung ist bei Bestandsgebäuden von großer Bedeutung, da die Tragfähigkeit oft begrenzt ist. Gleichzeitig werden Ressourcen geschont, Transport- und Montageaufwand reduziert und die Effizienz der gesamten Sanierungsmaßnahme gesteigert. Auch die Montage selbst erwies sich als vorteilhaft: Die Keramikelemente werden ohne Bohren oder zusätzliche Befestigungen in die Unterkonstruktion eingehängt.
Gestalterisch entschied man sich für Keramikelemente in Weiß, matt glasiert, die den Türmen eine helle und moderne Anmutung verleihen. Unterschiedliche Oberflächen – teils glatt, teils mit sogenannten Lisenen – sorgen für eine lebendige Fassadenstruktur. Lisenen dienen als Gliederungselemente zur Rhythmisierung großer Flächen und verleihen der Architektur zusätzliche Tiefe und Plastizität. Durch gezielte Variation der keramischen Elemente entstehen horizontale Linien und Strukturen, die das Erscheinungsbild der Hochhäuser deutlich aufwerten.
Hohe Brandschutztechnischen und statischen Anforderungen
Da es sich um hochhausrelevante Gebäude handelt, mussten sämtliche Bauteile auch höchsten brandschutztechnischen und statischen Anforderungen entsprechen. Die gewählte Fassadenlösung erfüllt diese Anforderungen zuverlässig. Das System ist nicht brennbar (A1 nach DIN EN 13501-1), witterungsbeständig und weist eine sehr geringe Wasseraufnahme auf – ein entscheidender Vorteil im urbanen Umfeld.
Auch in Bezug auf Pflege und Widerstandsfähigkeit überzeugt die Keramikfassade. Gerade im lebendigen Umfeld von Sachsenhausen, das für seine Street-Art-Szene bekannt ist, spielt der Schutz vor Verschmutzungen eine wichtige Rolle. Die keramische Oberfläche ist unempfindlich gegenüber mechanischen Einflüssen, Umwelteinwirkungen oder Verschmutzungen. Graffiti lassen sich leicht entfernen, ohne die Oberfläche zu beschädigen. Der Graffitischutz wird im Sinterprozess dauerhaft in die Oberfläche eingebrannt und bleibt somit langfristig erhalten.
Mit der Sanierung wurde das Ensemble sowohl funktional als auch architektonisch neu positioniert. Die Keramikfassade leistet einen wesentlichen Beitrag zur Aufwertung des Quartiers und stellt zugleich eine nachhaltige Lösung dar. Im Sinne des kreislauffähigen Bauens kann die Fassade bei einem späteren Rückbau wiederverwendet oder vollständig recycelt werden



Architektonische Aufwertung
Geringes Eigengewicht der Keramik
Hohe Brandschutztechnischen und statischen Anforderungen

