Mit Zertiva hat das Sentinel Holding Institut (SHI) ein neues digitales Projektmanagement-Tool für Gebäudezertifizierungen vorgestellt. Die Anwendung richtet sich an Architekten, Planer, Auditoren und Projektentwickler, die Bauprojekte nach Nachhaltigkeitsstandards wie QNG, DGNB, BREEAM, LEED, EU-Taxonomie, BNB oder schadstoffgeprüften Standards umsetzen.
Nach Angaben des Unternehmens bündelt Zertiva geprüfte Produktdaten, Analysefunktionen und strukturierte Nachweisführung in einem durchgängigen Prozess. Ziel ist es, den Aufwand im Zertifizierungsprozess zu reduzieren und die Planungssicherheit über alle Projektphasen hinweg zu erhöhen.
Hintergrund ist, dass Zertifizierungsprojekte in der Praxis häufig durch fehlende, verstreute oder unvollständige Nachweise erschwert werden. Hier setzt Zertiva an und soll dafür sorgen, dass alle Beteiligten mit geprüften und aktuellen Produktdaten arbeiten können.
Fünf zentrale Prozessschritte
Das Tool umfasst fünf zentrale Prozessschritte. Zunächst können GAEB-X83-Dateien automatisiert ausgelesen werden, wodurch ein Projekt mit Kostengruppen, Mengen und Einheiten angelegt wird. Ergänzend lassen sich projektspezifische Angaben hinzufügen, um die Datensätze zu vervollständigen. Freigaben und Abstimmungen werden zentral im System organisiert, sodass Auftragnehmer und weitere Projektbeteiligte Zugriff auf relevante Listen und Produktvorschläge erhalten, während sich Status und Freigaben systemgestützt steuern lassen.
Ein wesentlicher Bestandteil von Zertiva ist laut SHI der direkte Zugriff auf die geprüften Produktdaten der SHI-Datenbank. Nutzer können darin nach aktuellen Produktinformationen recherchieren und Produktrecherchen direkt aus dem Tool heraus beauftragen. Die Ergebnisse werden laut Unternehmen automatisch in die SHI-Datenbank übernommen und fortlaufend aktualisiert. Auch der Abgleich eigener Produktlisten mit der Datenbank ist vorgesehen.
Für die finale Abgabe exportiert Zertiva die Produktliste im Format der jeweiligen Zertifizierungsstelle sowie eine ZIP-Datei mit den zugehörigen Nachweisen. Die Unterlagen werden dabei automatisch nach Produktnamen gebündelt.
Nachhaltiges Bauen effizienter zu machen
Ralf Kärger, Geschäftsführer des SHI, bezeichnet Zertiva als nächsten Schritt, um nachhaltiges Bauen nicht nur sicherer, sondern auch effizienter zu machen. Marc Schuh, Leiter Digitalisierung, hebt hervor, dass das Tool digitale und systemkonforme Prozesse für Nachweise bereitstelle und so den Arbeitsaufwand verringern könne.
Nach Einschätzung des Unternehmens profitieren verschiedene Akteure entlang des Bauprozesses von der Anwendung. Architekten und Planer sollen von klaren Datenstrukturen und automatisierten Zuordnungen profitieren, Auditoren von besserer Nachvollziehbarkeit und geringerem Prüfaufwand. Projektentwickler und Investoren erhalten laut SHI transparente Projektübersichten, während Hersteller durch die Einbindung geprüfter Produktqualitäten stärker in Entscheidungsprozesse eingebunden werden können.
Zertiva wurde nach Unternehmensangaben gemeinsam mit Projektentwicklern und Auditoren entwickelt und soll den Zertifizierungsprozess in der Gebäudeplanung digital unterstützen.





