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Foto: Keramundo
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Fliesenleger-Azubis erhalten Einblicke in stationären Fachhandel

Wie funktioniert ein stationärer Fliesenhandel? Welche Wege nimmt eine Ware vom Eingang bis zur Auslieferung? Und welche Rolle spielt der Händler als Partner für das lokale Handwerk? Diesen Fragen sind 25 Fliesenleger-Auszubildende der Handwerkskammer Köln beim alljährlichen Unterweisungstag auf den Grund gegangen – und das nicht im Unterrichtsraum, sondern direkt im Fachhandelsbetrieb bei Keramundo in Frechen. Niederlassungsleiter, Ausbildungsleiter sowie Schülerinnen und Schüler fanden lobende Worte über den Schulungstag.

Statt Lernen im Unterrichtsraum auf dem Azubi-Campus der Handwerkskammer in Köln hieß es für die 25 Auszubildenden wertvolle Praxiserfahrung zu sammeln. In wenigen Monaten absolvieren die jungen Nachwuchs-Handwerker ihre Prüfungen, nun erhielten sie die Gelegenheit, die Arbeitsabläufe in einem stationären Fliesenhandel unmittelbar zu erleben.

Unterweisungstag bei Keramundo in Frechen

Das Tagesprogramm des Unterweisungstages bei Keramundo in Frechen war vollgepackt: Am Morgen stand zunächst ein Rundgang durch die Fliesenausstellung auf dem Plan – bewusst aus der Perspektive eines Kunden. Die angehenden Fliesenleger erfuhren dabei, wie Beratungsgespräche geführt werden, welche Rolle digitale Hilfsmittel wie 3D-Visualisierungen spielen und wie ein Händler den Kontakt zu Handwerksbetrieben aktiv gestaltet.

Anschließend erhielten die Azubis Einblick in die Lagerlogistik: vom Wareneingang bis hin zur Abholung durch Handwerksbetriebe oder zur termingerechten Auslieferung auf die Baustelle. „Wir wollten zeigen, dass ein Fliesenhandel weit mehr ist als ein Verkaufsraum“, sagt Steffen Willms, Niederlassungsleiter von Keramundo in Frechen, und ergänzt: „Als Partner des Handwerks beraten wir, organisieren, liefern Lösungen – und stehen an der Seite der Betriebe. Genau das wollten wir den Azubis vermitteln.“

Praxisnahe Schulung durch die Industrie

Den Nachmittag gestaltete der Hersteller Ardex mit einer praxisnahen Schulung auf dem Firmengelände. Ein Anwendungstechniker des Herstellers von chemischen Spezialbaustoffen führte die Auszubildenden durch aktuelle Verlegesysteme und zeigte, wie theoretisches Fachwissen aus der Berufsschule auf der Baustelle konkret eingesetzt werden kann. Für die Azubis, die sich im dritten und damit letzten Lehrjahr befinden, war die Veranstaltung zugleich eine Vorbereitung auf die bevorstehende Gesellenprüfung.

„Gut ausgebildete Fliesenleger sind gefragter denn je – und es liegt an uns allen, dafür zu sorgen, dass junge Menschen diesen Beruf nicht nur erlernen, sondern ihn auch mit Überzeugung ausüben. Tage wie dieser zeigen, dass Ausbildung funktioniert, wenn alle an einem Strang ziehen: Betriebe, Handwerkskammer und Handel“, sagt Willms.

Handwerk und Fachhandel arbeiten eng zusammen

André Schmitz, Ausbilder bei der Handwerkskammer Köln und Leiter der Meisterschule, begleitete die Fliesenleger-Azubis vor Ort und zeigt sich rundum zufrieden mit dem Unterweisungstag: „Es war ein voller Erfolg. Das Format hat eindrucksvoll gezeigt, welchen Mehrwert es bietet, die Ausbildung nicht nur im schulischen oder überbetrieblichen Umfeld stattfinden zu lassen, sondern die Lernorte noch enger miteinander zu verzahnen.“

Er fügt an: „Die Atmosphäre vor Ort, die praxisnahen Demonstrationen sowie die unmittelbare Nähe zu Materialien und Produkten haben für die Auszubildenden einen echten Praxisbezug geschaffen, der im Unterricht allein nicht in dieser Intensität vermittelt werden kann.“

Gerade für Berufseinsteiger sei es wichtig, frühzeitig Einblicke in die Abläufe des Fachhandels zu erhalten. Sie lernten, wie eng Handwerk, Fachhandel und Industrie zusammenarbeiten. Das stärke das Verständnis für Qualität, Logistik, Beratungskompetenz und die gesamte Wertschöpfungskette im Baugewerbe. „Der Unterweisungstag hat sehr gut gezeigt, wie wertvoll dieser Austausch ist“, sagt Schmitz.

Die Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler zum ersten Unterweisungstag abseits des Unterrichtsraums seien durchweg positiv gewesen. „Die Schüler fanden es besonders spannend, ihre Fragen direkt an das Fachpersonal richten zu können und einen Blick hinter die Kulissen eines großen Fachhändlers zu erhalten.“

Für die Handwerkskammer Köln ist der Ausbildungstag direkt vor Ort beim Handel ein weiterer Schritt hin zu einer praxisorientierten Ausbildung, die über die klassischen Lernorte hinausgeht. „Wir wollen die Zusammenarbeit weiter intensivieren und gemeinsam zusätzliche praxisnahe Formate entwickeln“, sagt Schmitz.

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