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Immer mehr Handwerker mit und ohne Meisterbrief lassen sich von der Industrie schulen. Foto: Uzin
Immer mehr Handwerker mit und ohne Meisterbrief lassen sich von der Industrie schulen. Foto: Uzin

Rundumbetreuung für die „WhiteVanMen“

Servo360° heißt ein neues Dienstleistungsangebot des Ulmer Bodenspezialisten Uzin für professionelle Handwerker und mittelständische Unternehmen. Mit der neu gegründeten Tochtergesellschaft erhalten Kunden und Handwerker u.a. Unterstützung bei der Bankkommunikation und der kaufmännischen Betriebsorganisation.

In Zeiten, in denen Produkte und Marketingaktivitäten immer vergleichbarer werden, ist dies in unseren Augen ein sehr cleverer Schachzug von Uzin. SServo360° bietet dem professionellen Handwerker einen Mehrwert, der über die Produktwelt und die umfangreiche technische Beratung der Uzin Utz AG hinausgeht“, so stellt dann auch Helmut John fest, der Servo360° als Geschäftsführer leiten wird.

Schon lange haben die potenten Hersteller und Produzenten der Branche, vor allem im Bereich Bauchemie, notgedrungen damit begonnen, die Ausbildungsinitiative der Branche an sich zu reißen. Das machen sie nicht aus Barmherzigkeit, sondern schlicht weil sie sich davon mehr Umsätze und eine engere Kundenbindung erhoffen. Jeder Hersteller unterhält heutige eine kostspielige Ausbildungs-Akademie oder ein Schulungs-Zentrum, in der Händler, aber vor allen Dingen Verarbeiter fit gemacht werden.

Das liegt nicht nur daran, dass die Produkt-Systeme zunehmend komplexer und komplizierter werden, sondern auch an der immer schlechter werdenden Ausbildung des Handwerks. Seit dem Wegfall der Meisterpflicht machen sich zunehmend Ein-Mann-Betriebe (sogenannte „WhiteVanMan“) im Markt breit, die außer dem Engagement ihres Chefs nur wenig berufliche Kompetenz mitbringen.

Dennoch sind sie zu einem nicht zu unterschätzenden Marktfaktor geworden. Als wichtige neue Zielgruppe sieht z.B. Andreas Willbrand, Geschäftsführer der Sopro Bauchemie, den meist werkstattlosen, mobilen Generalisten, dessen Kaufverhalten und Anbindung an die Distributionsstrukturen des Fachhandels – und damit auch an die Markenhersteller – noch wenig erforscht sind.

Aber die handwerklichen „One-Man-shows“ sind anscheinend weder technisch noch kaufmännisch ausreichend geschult, um im heutigen Wettbewerb dauerhaft bestehen zu können. Also drücken sie fleißig in den Seminaren der Industrie die Schulbank, um sich über die richtige Untergrundbehandlung oder Kreditanträge bei Banken informieren zu lassen. Einige der Kurse , wie z.B. in der Sopro Akademie, werden inzwischen sogar in Kooperation mit der IHK durchgeführt und enden mit einer offiziellen Urkunde der Handwerkskammer.

Doch selbst 10 Urkunden machen noch keinen Meister. Kein Wunder also, dass es einigen Hersteller inzwischen nicht mehr ausreicht, die „WhiteVanMan“ nur noch in Sachen Verarbeitungstechnik auf Trapp zu bringen, sondern sie auch in kaufmännischen Fragen zu unterstützen. Doch auch renommierten Handwerksbetrieben mit Meisterbrief wird Servo360° eine Menge Know how bringen, denn der Austausch mit Kollegen ist durch nichts zu ersetzen.

Und es ist wie überall im Leben: Man lernt nie aus!

Ralf Schanze

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