Porcelanosa hat seine vierte Produktionsstätte am Unternehmenssitz in Vila-Real (Castellón) erweitert. Das Werk, das 2023 in Betrieb genommen wurde, ist auf die Herstellung großformatiger Feinsteinzeugfliesen spezialisiert und wurde nun um eine zusätzliche Fertigungslinie ergänzt. Mit der Maßnahme stärkt das Unternehmen sein industrielles Großprojekt und baut seine Produktionskapazitäten weiter aus.
Die Erweiterung umfasst eine komplette neue Produktionslinie mit Presse, Glasurlinie und einem Ofen der neuesten Generation. Die technischen Eigenschaften entsprechen denen der Anlagen, die bereits bei der Inbetriebnahme des Werks installiert wurden. Porcelanosa spricht in diesem Zusammenhang von einem der automatisiertesten und technologisch fortschrittlichsten Industriekomplexe weltweit.
Durch die neue Infrastruktur steigt die jährliche Produktionskapazität von bislang 1,3 Millionen auf bis zu 2,4 Millionen Quadratmeter. Gleichzeitig erhöht sich die industrielle Flexibilität der Anlage. Drei Press- und Glasurlinien sowie zwei Öfen ermöglichen eine modulare Produktion, die unterschiedliche Formate und Materialstärken abdeckt und eine flexible Anpassung an Projektanforderungen und Markttrends erlaubt.
Erweiterte Rohstofflogistik und höhere Automatisierung
Im Zuge des Ausbaus wurde auch das System zur Annahme und Verwaltung der Rohstoffe erweitert. Zu den ursprünglich 24 Silos kamen 16 weitere hinzu, sodass nun insgesamt 40 Silos zur Verfügung stehen. Darüber hinaus wurden die Polier- und Schleifmaschinen sowie das Sortiersystem verdoppelt. Ziel ist es, die Verarbeitungskapazität zu erhöhen und gleichzeitig die Qualitätsstandards konstant zu sichern.
Die zusätzlichen Anlagen wurden in einer angrenzenden Halle integriert, die mehr als 12.000 m² umfasst und das Logistikzentrum 2 beherbergt. Nach der Umstrukturierung verfügt dieses über eine Fläche von 8.000 m². Insgesamt wächst die Produktionsfläche des Werks damit von ursprünglich 36.000 m² auf mehr als 48.000 m².
Neue Formate und Stärken
Mit der neuen Produktionslinie erweitert Porcelanosa auch die technischen Möglichkeiten seiner Materialien. Neu hinzu kommen Platten mit einer Stärke von 3 mm, die insbesondere für Möbelverkleidungen vorgesehen sind, sowie Bodenbeläge im Format 160 × 160 cm. Ergänzt wird das bestehende Portfolio, das bereits Stärken von 6, 12, 20 und 30 mm sowie Formate bis 320 × 160 cm umfasst. Damit baut das Unternehmen seine Spezialisierung auf großformatiges Feinsteinzeug weiter aus und stärkt die Produktlinien Xlight und Xtone für Architektur- und Innenausbauanwendungen.
Nach Unternehmensangaben verbessert die Erweiterung zudem die Lieferfähigkeit. Durch die Verdopplung der Betriebskapazität sollen sich die Reaktions- und Lieferzeiten deutlich verkürzen – ein wichtiger Faktor im projektorientierten Geschäft mit hohen Anforderungen an Individualisierung.
Technologie, Nachhaltigkeit und Personalaufbau
Die neu installierten Maschinen integrieren modernste 3D-Design-Systeme und ermöglichen die Produktion mit den von Porcelanosa entwickelten Technologien Comet, Core, Eclipse, Lumen, Orion und Titan. Diese Verfahren kombinieren ausgewählte Rohstoffe mit speziellen Verarbeitungstechniken und zielen auf besonders realistische Oberflächenstrukturen ab.
Parallel dazu unterstreicht das Unternehmen seinen Fokus auf Nachhaltigkeit. Bereits 2023 wurden auf dem Dach der Produktionshalle rund 4.500 Solarmodule auf einer Fläche von 12.000 m² installiert, die eine Leistung von 2,4 MWp erzeugen und den Eigenverbrauch der Anlage unterstützen. Zusätzlich verfügt das Werk über ein System zur Wärmerückgewinnung aus den Öfen, eine vollständige Wiederverwendung des Prozesswassers sowie ein geschlossenes Abfallrecyclingsystem.
Im Zuge der Erweiterung hat Porcelanosa zudem 50 neue Mitarbeiter eingestellt, die das bestehende Team im Werk 4 ergänzen.








