Die Fliesenverlegung in Deutschland erlebt derzeit einen bemerkenswerten Wandel. Umweltfreundliche Bindemittel-Technologien gewinnen zunehmend an Bedeutung und ebnen der Baubranche den Weg in eine nachhaltigere Zukunft. Im Mittelpunkt dieser Entwicklung steht ein innovativer Zementtyp: der Calciumsulfoaluminat-Zement, kurz CSA-Zement. Er könnte langfristig den herkömmlichen Portlandzement in Fliesenklebern ersetzen – und das aus guten Gründen.
Portlandzement unter Druck
Seit Jahren steht die Bauindustrie im Fokus der Umweltdiskussion – insbesondere aufgrund der enormen CO₂-Emissionen, die bei der Herstellung von Portlandzement entstehen. Denn: Die Produktion ist extrem energieintensiv, was Forschende und Unternehmen weltweit dazu motiviert, umweltfreundlichere Alternativen zu entwickeln.
Eine dieser Alternativen ist CSA-Zement. Bereits in den 1950er-Jahren vom französischen Zementexperten Louis Vicat entwickelt, blieb seine Technologie in Europa lange unbeachtet. In China hingegen erkannte man früh das ökologische Potenzial – und setzte sie konsequent in der Praxis um.

Nivellierspachtel auf CSA-Basis zeigen gute Verlaufseigenschaften
CSA-Zement: Ein Bindemittel mit Zukunft
Während im klassischen Stahlbetonbau der Portlandzement den Korrosionsschutz der Bewehrung gewährleistet –eine Anforderung die der CSA-Zement nicht erfüllt–, stehen bei einem Verlegemörtel ganz andere Eigenschaften im Fokus. Genau hier kann CSA-Zement seine Stärken voll ausspielen. Denn neben seiner ökologischen Bilanz bietet er auch zahlreiche praktische Vorteile.
CSA-Zemente werden bei deutlich niedrigeren Temperaturen hergestellt. Auch bei der Calcinierung – einem energieintensiven Prozess – entsteht weniger CO₂ als bei der Produktion von Portlandzement. Das Ergebnis: ein wesentlich geringerer ökologischer Fußabdruck. In Zeiten wachsender Umweltverantwortung ist CSA-Zement somit ein wichtiger Schritt in Richtung nachhaltiges Bauen.

3 CSA-Mörtel sind geschmeidig zu verarbeiten
Schnell ausgehärtet – und hoch belastbar
Doch CSA-Zement punktet nicht nur in Sachen Umwelt. Er bietet auch handfeste Vorteile auf der Baustelle – allen voran dank seiner raschen Aushärtung bei einer langen Verarbeitungszeit.
Das bringt spürbare Erleichterung im Alltag: Wo beim Portlandzement bisher kleine Mengen Mörtel angesetzt und in Etappen verarbeitet werden mussten, um Zeitdruck zu vermeiden, erlaubt CSA-Zement ein durchgängigeres, effizienteres Arbeiten.

CSA-Mörtel in standfester Dünnbettkonsistenz
Geringes Schwinden – hohe Sicherheit
Ein weiterer Pluspunkt liegt in den Schwindeigenschaften. Portlandzement neigt zu Volumenveränderungen beim Austrocknen – was häufig zu Spannungen, Rissen und Folgeproblemen führt. CSA-Zement hingegen zeigt eine deutlich geringere Schwindneigung. Gerade bei Ausgleichsspachtelmassen zahlt sich das aus: Weniger Volumenveränderung bedeutet weniger Risiko für Ablösungen und Nachbesserungen – und somit mehr Planbarkeit und Sicherheit auf der Baustelle. Dank seiner langen Verarbeitbarkeit und schnellen Festigkeitsentwicklung erfüllt der CSA-Zement alle Voraussetzungen für einen idealen Ausgleichsspachtel. Kein Wunder, dass erste Produkte mit CSA-Technologie bereits auf dem deutschen Markt erhältlich sind.
BotaGreen: Wenn Nachhaltigkeit auf Leistung trifft
Mit der Produktlinie BotaGreen bringt Botament als erstes deutsches Unternehmen eine ganzheitliche Lösung für nachhaltiges Arbeiten im Fliesenbereich auf den Markt. Ein Highlight dieser Serie: der Schnellkleber BotaGreen GreenRocket.
Dank moderner CSA-Technologie erreicht der GreenRocket nicht nur schnell hohe Festigkeitswerte – er überzeugt auch durch seine angenehmen Verarbeitungseigenschaften. Im Gegensatz zu klassischen Schnellklebern bleibt der Mörtel im Eimer lange geschmeidig und bietet eine außergewöhnlich lange Offenzeit. So lassen sich auch größere Flächen stressfrei vorbereiten. Der Abbindeprozess beginnt bei Raumtemperatur etwa eine Stunde nach dem Anmischen und ist nach rund 100 Minuten abgeschlossen – ideal für effizientes und präzises Arbeiten.

CSA-Mörtel mit höherer Wasserzugabe in Fließbettkonsistenz
Altbewährt in Asien, neu entdeckt in Europa
CSA-Technologie ist kein völliges Neuland. In Asien wird das Bindemittel bereits seit vielen Jahren erfolgreich in Fliesenklebern, Spachtelmassen und weiteren Baustoffen eingesetzt. In Europa rückt CSA-Zement erst jetzt verstärkt in den Fokus – vor allem wegen seiner hervorragenden CO₂-Bilanz.
Noch ist das Angebot auf dem deutschen Markt überschaubar, doch angesichts der zahlreichen Vorteile – von schneller Aushärtung bis hin zu hoher Verarbeitungsflexibilität – dürfte sich das bald ändern. Vor allem für Fliesen- und Plattenleger eröffnet CSA-Zement neue Möglichkeiten, ökologisch zu arbeiten, ohne Kompromisse bei der Qualität eingehen zu müssen.





