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Fliesenprokution in einem Werk in Castellón, Foto: Redaktion
Fliesenprokution in einem Werk in Castellón, Foto: Redaktion

Keramikproduktion in Castellón wächst moderat

Die Keramikunternehmen in Castellón verzeichneten im ersten Halbjahr 2025 ein Produktionsplus von 4,7 %. Ohne den Rückgang im Juni, als die Produktion im Vergleich zum Vorjahr um 3,4 % sank, wäre das Wachstum höher ausgefallen. Ob es sich dabei um eine Trendwende nach zwölf Monaten mit Zuwächsen handelt, ist noch unklar. Erste Anzeichen deuten jedoch darauf hin, dass die Abschwächung zu Beginn des zweiten Halbjahres anhält.

Auch der Bausektor, Haupttreiber des Gasverbrauchs in der Fliesenproduktion, meldete im Juli ein Nachfrageminus von 3,3 %, wie Daten von Enagás zeigen. Da dieser Indikator in der Regel die Produktionsentwicklung vorwegnimmt, dürfte die Branche noch mindestens zwei Monate mit Rückgängen rechnen müssen.

Unsicherheit durch Zölle

Neben dem statistischen Basiseffekt spielen vor allem die Unsicherheiten im Handel mit den USA eine Rolle. Die wiederholten Drohungen und Verhandlungen über Importzölle führten in den vergangenen Monaten zu starken Schwankungen bei Produktion und Export. Während die Produktion im Februar, nach ersten Ankündigungen aus Washington, nahezu stagnierte, gab es im April mit einer Verhandlungspause wieder leichte Erholung. Im Sommer folgten neue Drohungen und schließlich eine Einigung auf 15 % Zoll. Möglich ist, dass sich viele Kunden in der ersten Jahreshälfte bevorratet haben – bis Mai gingen 14,5 % der Exporte in die USA –, was nun zu einer Abkühlung führt.

Schwäche auf wichtigen Auslandsmärkten

Zusätzlich belasten stagnierende Absatzmärkte in Europa. Frankreich, nach wie vor zweitgrößter Kunde von „Tile of Spain“, verzeichnete von Januar bis Mai einen Rückgang von 10,4 %, nachdem die Verkäufe bereits 2024 um 11,5 % gesunken waren. Auch Deutschland setzt seinen Abwärtstrend fort: -5 % im laufenden Jahr, nach -9,9 % im Vorjahr. Einziger Lichtblick ist das Vereinigte Königreich, wo die Exporte erstmals seit Jahren wieder leicht anstiegen (+0,2 %).

Da mehr als 70 % der Produktion exportiert werden, hängt die Dynamik der Branche maßgeblich vom Auslandsgeschäft ab. Mittelfristig ruhen die Hoffnungen jedoch auch auf dem Binnenmarkt, insbesondere falls die prognostizierte Zunahme an Wohnungsbauprojekten eintritt.

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