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Produktion von Fritten, Foto: Redaktion
Produktion von Fritten, Foto: Redaktion

Glasurenhersteller warnen vor explodierenden Rohstoffpreisen

Die Rentabilität der Hersteller von Glasuren, Farben und Fritten für die Keramikindustrie ist erneut bedroht. „Die Branche sieht sich weiterhin mit einer rückläufigen Nachfrage sowie steigenden Kosten und zunehmenden administrativen und regulatorischen Belastungen konfrontiert. All dies gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit und den Fortbestand unserer Tätigkeit in Spanien“, erklärt der Verband Anffecc, der diese Unternehmen vertritt.

Eine der größten Sorgen betrifft den deutlichen Anstieg der Rohstoffkosten. Viele der benötigten Materialien müssen importiert werden und sind damit geopolitischen Spannungen, Antidumpingmaßnahmen der EU sowie globalen Lieferengpässen ausgesetzt – besonders in Märkten wie jenen für Metalloxide und Seltene Erden.

Massive Preissprünge bei Schlüsselmaterialien

Zu den Produkten, deren Preise zuletzt stark gestiegen sind, gehört insbesondere Kobaltoxid. Zwischen März und November 2025 verteuerte es sich aufgrund eines temporären Exportverbots aus dem Kongo um 177 %, was weltweit zu einer erheblichen Verknappung führte. Auch Titandioxid legte seit der zweiten Jahreshälfte 2024 um 67 % zu, während Bariumcarbonat seit September ein Plus von 40 % verzeichnet – in beiden Fällen ausgelöst durch EU-Antidumpingmaßnahmen gegen China.

Praseodymoxid, eng verbunden mit dem Markt für Seltene Erden, stieg angesichts der anhaltenden geopolitischen Spannungen zwischen den USA und China seit Mitte des Jahres um 36 %. Zinkoxid verteuerte sich um 16 %, bedingt durch steigende Zinkpreise an der London Metal Exchange und die dadurch höheren Kosten aller Metall-Derivate.

Schrumpfende Margen

Anffecc betont, dass der Sektor „erneut einer Phase extremer Volatilität und erheblichen Drucks auf die Rentabilität ausgesetzt ist“, während die internationale Nachfrage noch immer nicht das Vorkrisenniveau von vor der Energiekrise erreicht hat. Die Auswirkungen dieser Entwicklung sind deutlich: „Die massiven Preissteigerungen drücken die Margen auf ein zunehmend besorgniserregendes Niveau.“ Eine stabile Rentabilität sei jedoch entscheidend – nicht nur zur Sicherung von Arbeitsplätzen und nationaler Produktion, sondern auch, um weiterhin in Forschung und Entwicklung investieren zu können, einem zentralen Merkmal der Branche.

Sollte sich dieser Trend fortsetzen, warnt der Verband, werden die Unternehmen gezwungen sein, ihre Produktpreise zu erhöhen, „um die notwendige Rentabilität zu gewährleisten und die industrielle Tätigkeit in Spanien aufrechtzuerhalten“. Der Sektor für keramische Fritten, Glasuren und Farben gilt als strategisch bedeutend, hoch innovativ und international führend – benötigt jedoch stabile, wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen, um diese Position halten zu können.

Forderung nach politischer Stabilität

Angesichts der aktuellen Lage fordert Anffecc daher „politische Stabilität, um langfristige Strategien planen zu können“, sowie eine europäische Industriepolitik, die die Produktion innerhalb der EU nicht gegenüber Drittstaaten benachteiligt, die mit geringerer Bürokratie, niedrigeren Energiekosten und günstigeren Rohstoffen operieren.

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