Deutsche Fliesenindustrie auf dem Weg der Dekarbonisierung

Zahna-Fliesen nimmt eine der größten Dachflächen- PV-Anlagen in Sachsen-Anhalt in Betrieb

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Um die Folgen des Klimawandels abzumildern, sind im kommenden Jahrzehnt erhebliche Senkungen des CO2-Ausstoßes quer durch alle Wirtschafts- und Lebensbereiche erforderlich. Für diese Dekarbonisierung tragen die energieintensiven Industriebereiche in der ganzen Welt eine besondere Verantwortung.

In diesem Bewusstsein operieren die im Bundesverband Keramische Fliesen e. V. (BKF) organisierten Hersteller bereits seit vielen Jahren, heißt es dazu in einer Presseinformation.  Begleitet durch den BKF konnten deutsche Fliesenproduzenten bereits im vergangenen Jahrzehnt ihre Energieeffizienz optimieren und ihren CO2-Ausstoß um gut 21 % reduzieren.

Werksgelände Zahna-Fliesen mit der fertiggestellten PV-Anlage, die mit11.000 Modulen auf 31.000 Quadratmetern Dachfläche zu den größten Dachflächenanlagen in Sachsen-Anhalt gehört. Foto: Zahna Fliesen
Werksgelände Zahna-Fliesen mit der fertiggestellten PV-Anlage, die mit 11.000 Modulen auf 31.000 Quadratmetern Dachfläche zu den größten Dachflächenanlagen in Sachsen-Anhalt gehört.Foto: Zahna Fliesen

 

Im globalen Vergleich produzieren heimische Fliesenhersteller seit langem mit einem besonders kleinen CO2-Fußbabdruck. Zahna-Fliesen installiert 11.000 Solarmodule auf eigenen Dächern  Mit der Inbetriebnahme von 11.000 Solarmodulen auf Dachflächen von 31.000 Quadratmetern verfügt Zahna-Fliesen seit kurzem über eine der größten Dachfläche-PV-Anlagen in Sachsen-Anhalt.

Der Umwelt verpflichtet

Die Anlage, die in Kooperation mit dem Investor Gunnar Geske installiert wurde, erzeugt unter optimalen Bedingungen eine Leistung von 4,5 Megawatt Peak beziehungsweise eine jährliche Stromproduktion von knapp vier Megawattstunden. Damit leistet das Familienunternehmen einen großen Beitrag zur Energiewende – und deckt künftig einen erheblichen Teil des eigenen Tages-Strombedarfs selbst, wie Maxime Fischer, Geschäftsführer von Zahna-Fliesen, erläutert:

„Wir fühlen uns der Umwelt in besonderem Maße verpflichtet. Daher haben wir bereits im Jahr 2020 entschieden, uns künftig so weit wie möglich mit eigenproduziertem, klimaneutralem Strom zu versorgen. Dafür musste nicht nur in die PV-Anlage investiert, sondern vor der Montage der PV-Module zunächst 30 der insgesamt 51 Dachflächen verstärkt werden“.

Zahna-Fliesen ist einen wichtigen Schritt in Richtung Dekarbonisierung ihrer Produktion vorangekommen – und setzt damit auch international Maßstäbe.

Für die Dekarbonisierung des Brennprozesses fehlen bislang geeignete Technologien und Rahmenbedingungen. Um schnell Lösungen auf dem Weg zu einer CO2-neutraleren Fliesenproduktion zu realisieren, investieren derzeit weitere Mitgliedsunternehmen in PV-Anlagen. Dabei gilt es,  zunächst eine Vielzahl von rechtlichen und technischen Hürden zu überwinden.

Jens Fellhauer, Geschäftsführer Bundesverband Keramische Fliesen e.V. (BKF). Fotos: Bundesverband Keramische Fliesen
Jens Fellhauer, Geschäftsführer Bundesverband Keramische Fliesen e.V. (BKF). Fotos: Bundesverband Keramische Fliesen

Aktuell kann der CO2-Ausstoß des Brennprozesses jedoch nur mit klassischen technischen Maßnahmen verbessert werden. Um den Brennvorgang selbst zu elektrifizieren oder gar CO2-neutral zu gestalten, ist noch viel Forschungsarbeit nötig, wie Jens Fellhauer, Geschäftsführer des Bundesverbands Keramische Fliesen e. V. betont:

„Um energieintensive Industrien verantwortlich durch die Energiewende zu begleiten, müssen die erforderlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Ob Ausbau der Stromnetze, Forschung im Bereich Stromspeicherung oder Wasserstoff- Logistik – gerade mittelständische Unternehmen können den Weg zur CO2- neutralen Produktion nur bewältigen, wenn der Staat für eine funktionierende Infrastruktur mit bezahlbarer Energie sorgt und die Unternehmen bei der Transformation unterstützt“.

Maxime Fischer, Geschäftsführer Zahna Fliesen, bei der Werksführung mit Dr.Reiner Haseloff. Quellennachweis: Zahna Fliesen
Maxime Fischer, Geschäftsführer Zahna Fliesen, bei der Werksführung mit Dr.Reiner Haseloff. Foto: Zahna Fliesen

Bodenbelag der Wahl für nachhaltige Gebäude

Als einer der langlebigsten Bodenbeläge kann die Fliese selbst zu einer CO2-Minderungen beim Bauen beitragen – und zwar trotz des energieintensiven Brennvorgangs. Denn in Lebenszyklusanalysen liegt der CO2-Fußabdruck von Keramik deutlich unter dem anderer Belagsmaterialien, wie in einer Vergleichsstudie zur Nachhaltigkeit von Bodenbelägen der Uni Stuttgart im Jahr 2018 errechnet wurde. Zusätzlich können Fliesen aus heimischen Werken einen weiteren Umweltbonus für sich beanspruchen: Sie werden besonders energieeffizient und umweltfreundlich produziert – und weder die Rohstoffe, noch die Fliesen selbst müssen über Tausende Kilometer transportiert werden

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