Werden Fliesen bald ein Luxus-Produkt?

Preiserhöhungen können Marktverschiebungen hervorrufen

Ein Kommentar von Ralf Schanze, Chefredakteur 1200Grad

Die Preise in der Fliesen- und Zubehörbranche explodieren gerade. Die Hersteller haben angesichts von Preiserhöhungen bis zu 25 % Angst ihre Kunden zu verprellen. Die Händler haben teilweise Sorge, überhaupt keine Ware mehr zu erhalten.

Fakt ist: In der Fliesenbranche wurde das Thema Preiserhöhungen jahrelang – zu lang – totgeschwiegen. Stattdessen gingen die Preise sogar weiter nach unten. Nun ist der Sprung nach oben dafür umso höher. Und in der Fliesenbranche wechselt man angesichts zahlreicher Anbieter gerne mal den Lieferanten, wenn die Preiserhöhung zu hoch ausfällt. Das fällt in Bauchemie schwerer, wo die Alternativen eher rar sind.

Vielen Herstellern sind so hohe Preisanstiege deshalb schon fast peinlich. Sie versuchen, die erhöhten Energie- und Transportkosten als Sonderleistungen auf den Rechnungen auszuweisen. Das soll anscheinend suggerieren, dass die Preiserhöhen nur vorüber gehender Natur sind. Doch wie jeder weiß, ist ein Weg zurück nach Preiserhöhungen eher unwahrscheinlich.

Natürlich werden auch die Händler und Handwerker ihrerseits die Preiserhöhungen an ihre Kunden weitergeben. Damit wird sich das Produkt Fliese für Endverbraucher verteuern. Fliesen könnten so zu einem Luxus-Produkt werden. Das könnte zur Folge haben, dass sich Bauherren und Renovierer verstärkt mit preiswerteren Alternativprodukten beschäftigen, wie z.B mit Vinyl. Außerdem sind diese Produkte einfach zu verlegen, so dass man sich zusätzlich noch die immer teuren werdenden Handwerker sparen kann. Auch der Fachhandel könnte ein Leidtragender sein, wenn es die Endverbraucher in die preisagressiven Baumärkte zieht. So oder so ist die Entwicklung für die Fliesenbranche problematisch.

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