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Von der Baustelle aufs Podest

Fliesenleger-Championship 2019: Die Finalisten des Profi-Wettbewerbs stehen fest

Wer wird der Fliesenleger-Champion 2019? Ende März findet das Finale in Rosendahl bei Schönox statt.

Wer wird Deutschlands Fliesen-Champion 2019? Nach der Premiere im vergangenen Jahr waren sich die ausrichtenden Industriepartner Blanke Systems, Karl Dahm, Collomix, Villeroy & Boch, Schönox und Lux Elements einig: in 2019 wird die zweite Auflage des Wettbewerbs stattfinden. Im Mittelpunkt des Wettbewerbs stehen die Vielseitigkeit des Fliesenlegerhandwerks sowie die Wertschätzung für diesen traditionsreichen und gleichzeitig modernen Beruf. In regionalen Qualifikationsrunden an den Standorten der Industriepartner verglichen sich die Teilnehmer an zwei Tagen, und das in theoretischen und praktischen Kenntnissen rund ums Bad, in normgerechter Ausführung, einzusetzenden Materialien und zu verwendender Technik. Mitte vergangener Woche stand die letzte Vorrundenveranstaltung bei Blanke Systems an, bevor es Ende März ins Finale zu Schönox ins münsterländische Rosendahl geht. Nach zwei Tagen eines fairen Wettstreits stehen nun die drei letzten Finalisten von insgesamt neun fest: es sind Marcel Hartmann (39) aus Reichensachsen bei Eschwege, Johannes Neubauer (31) aus Schwanfeld bei Schweinfurt und Oliver Kuhn (48) aus dem hessischen Heuchelheim.

Jürgen Pietsch begrüßte die Teilnehmer.

Am ersten Wettbewerbstag fanden von den Experten der ausrichtenden Initiatoren fachtheoretische Vorträge zu verschiedensten Themen rund um die Fliese statt. Dieses Wissen bildete auch die Grundlage für die praktische Aufgabe, die am zweiten Wettbewerbstag gelöst wurden. Dabei konnten die Teilnehmer ihr Fachwissen und ihre handwerkliche Geschicklichkeit beweisen. Die Fachjury – bestehend aus Experten/Fliesenlegern aus den Reihen der Unternehmen – bewertete am Ende die Ergebnisse und kürte die drei Etappensieger. Im Finale am 26. und 27. März bestreiten dann die Etappensieger das große Finale. Dort haben sie eine große praktische Arbeit zu bewerkstelligen, bei der sie ihr ganzes Können unter Beweis stellen können. Für die drei Erstplatzierten winken attraktive Preise wie eine Fernreise, eine Kreuzfahrt und ein Städtetrip.

Leo Krüppel (Schönox, 2. v. l.) stellte die zu lösende Aufgabe vor.

Die Ausrichter Unternehmen wollen mit dieser Initiative das Image des Fliesenlegerhandwerks fördern. Wertschätzungen sprich Veranstaltungen dieser Art helfen bei der Nachwuchsgewinnung. Auch in diesem Jahr war unverkennbar, mit welchem Engagement und Konzentration die Teilnehmer bei der Sache waren, um die sehr ambitionierten kniffligen Aufgaben zu meistern. Neben dem reinen Wettbewerb kam aber auch der intensive Erfahrungsaustausch untereinander und das gemütliche Beisammensein der Teilnehmer nicht zu kurz. „Angesichts der derzeit hervorragenden Lage auf dem Bau sind die Auftragsbücher der dort Agierenden – besonders auch der Fliesenleger – randvoll“, sagte Jürgen Pietsch, bei Blanke Leiter der Anwendungstechnik und Produktentwicklung im Bereich der Fliese. „Um so mehr freut es uns, dass sich die Teilnehmer zwei Tage frei genommen haben, um hier dabei zu sein.“

4,5 Stunden Zeit für anspruchsvolle Aufgabe

„Ich will wissen, wo ich fachlich stehe“: Michael Graf aus Neustadt/Aisch.

Michael Graf, Fliesenlegermeister und Inhaber des gleichnamigen Betriebes aus Neustadt/Aisch, war bereits im vergangenen Jahr dabei – und hatte seine beiden Gesellen Michael Körner und Kevin Schuster mit nach Iserlohn genommen. Auch er, der in seinem Unternehmen aktuell sechs junge Fliesenleger ausbildet, ist motiviert bis in die Haarspitzen. „Ich will einfach sehen, wo ich fachlich stehe, und ich will mich mit meinen Kollegen messen, ob ich`s noch drauf habe“, beschreibt er seine Motivation. Die Anforderungen – das Verfliesen eines Kubus aus Polystyrol-Hartschaum – sieht er als recht anspruchsvoll. Bis auf eine Seite mit Mosaik mussten alle anderen Fliesen von Hand zugeschnitten werden, wobei die Spaltmaße passen und die Mittelfuge rundum durchlaufen musste. Auf der Oberseite wurde die Gefälle-Situation einer Dusche nachgestellt. Dort hatten die Teilnehmer das Veranstaltungslogo in 11 x 11 cm exakt einzupassen – und hatten dafür insgesamt 4,5 Stunden Zeit.

Im kollegialen Dialog: Oliver Kuhn (vorn) und Johannes Neubauer.

„Mit unserem deutschlandweiten Fliesenleger-Wettbewerb bekommt dieses Handwerk die Aufmerksamkeit, die es verdient“, so Jürgen Pietsch. „Hier messen sich die Besten der Branche.“ Alle Teilnehmer erfüllen vielfältige Aufgaben aus Theorie und Praxis, dabei können sie ihr umfassendes Know-how und Spezialwissen zeigen. Der Wettbewerb steht allen Fliesenlegern offen, die ihr Handwerk gerne zeigen, egal ob als Selbstständige oder Angestellte. Ein Meisterstatus ist hierfür nicht erforderlich. „Am Ende erhält jeder Teilnehmer ein Zertifikat des Zert Fliese-Qualitätsprogramms und gewinnt natürlich viel Erfahrung und Wissen in seinem Berufsfeld“, so Pietsch.

Bei der Fliesenleger-Championship geht es zunächst natürlich darum, den „Besten der Branche“ zu ermitteln. Darüber hinaus lernen sich Handwerker aus unterschiedlichsten Unternehmen kennen und treten während der zwei Tage miteinander sowie mit den Veranstaltern in den Dialog. Und nicht zuletzt spielen sich die Hersteller dabei die Bälle zu und präsentieren ihre aufeinander abgestimmten Produkte und Systeme. Das Zitat von Peter W. Blanke, das unübersehbar an der Wand des Schulungsraumes prangt, könnte treffender nicht sein: „Unsere Produkte und Ideen helfen Ihnen, überzeugende Arbeit zu leisten“ – das steht für Blanke, passt aber im weiteren Sinne auf das Zusammenspiel aller beteiligten Unternehmen.

Auch der jüngste Titelaspirant Kevin Schuster lieferte ein Top-Werkstück ab.

Background: Die Initiatoren der Fliesenleger-Championship

Im Bereich der Fliesenzubehör-Systeme ist das Familienunternehmen Blanke mit Produkten rund um die Fliese am Markt vertreten und bietet vielseitige Systemlösungen aus z. B. Abdichtung, Profilen, Entkopplung und Entwässerungen. Gleichzeitig liegt die partnerschaftliche Nähe zum Händler und Verarbeiter im Fokus, um flexibel auf Bedürfnisse, Erfahrungen und Meinungen aus der Praxis reagieren zu können.

Im Theorieteil referierte Jürgen Pietsch, Leiter der Anwendungstechnik und Produktentwicklung, zum Thema „Entkopplung – Anwendungsfälle und Grenzen“. Als gelernter Fliesenleger und erfahrener Schulungsreferent hilft er den Kunden seit mittlerweile über zehn Jahren dabei, überzeugende Arbeit zu leisten. Das Fazit seiner Ausführungen, kurz und prägnant auf den Punkt gebracht: „Der Erfolg wird nur dann erreicht, wenn Stoffe und Bauteile für den Zweck geeignet und aufeinander abgestimmt sind“.

Saubere Kanten sind das A und O: George Demir aus Delmenhorst.

Collomix ist ein international anerkannter Experte für Mischtechnik und führender Hersteller von Qualitätswerkzeugen für das Mischen von Baustoffen und technischen Materialien. In der Organisation unterscheidet man in zwei Geschäftsbereichen: für das Baugewerbe und Handwerk reicht die Produktpalette von elektrisch betriebenen Handrührwerken und Rührstäben über Zwangsmischer bis hin zu Systemlösungen für den Mauerwerksbau und den Transport der Materialien. Für die international agierenden Farben- und Putzhersteller werden Farbrezeptieranlagen und Mischmaschinen für das Mischen im geschlossenen Liefergebinde hergestellt. Markus Beel, Anwendungsberater bei Collomix, stellte den Teilnehmern das Unternehmen vor und sprach über die staubfreie Baustelle und das richtige Mischen.

Als Fliesenleger sollte man schon über eine gewisse körperliche Fitness verfügen, wie Michael Körner hier unter Beweis stellt.

Karl Dahm vertreibt Fliesenleger- und Bauwerkzeuge, auch zum Teil aus eigener Herstellung, sowohl an Händler als auch Endkunden in die ganze Welt. 1956 entwickelte der junge Fliesenleger Karl Dahm sein erstes Fliesenwerkzeug, die Fliesenhexe. Dies war ist der Startschuss für die Gründung der Firma Karl Dahm Fliesenwerkzeuge. Der erste Werkzeugkatalog wurde 1958 verschickt. Viele Mosaik- und Schneidwerkzeuge wurden seitdem entwickelt.

Stefan Müllner, Prokurist und Vertriebsleiter bei Karl Dahm, ist seit 33 Jahren im Unternehmen tätig. Als Ansprechpartner und Fachreferent besucht er regelmäßig Messen, Fortbildungen und Fliesenlegerveranstaltungen in Deutschland, Österreich, Italien und der Schweiz. „Wir haben es uns auf die Fahnen geschrieben, den Nachwuchs nach Kräften zu unterstützen“, so Müllner. Karl Dahm ist einer der Hauptsponsoren der Euro- und World Skills und unterstützt, gemeinsam mit anderen Branchenunternehmen, die Teilnahme an den internationalen Handwerker-Meisterschaften. Auf den diesjährigen Karl-Dahm-Handwerkertagen in Seebruck am Chiemsee werden die Finalisten für die WM im russischen Kazan vorgestellt. „Ich bin sicher, dass unsere Jungs auch dort wieder hervorragend abschneiden werden,“ so Stefan Müllner.

Genaues Maßnehmen: Andre´ Effing aus dem münsterländischen Ahaus.

Lux Elements ist Spezialist in der Produktion von Polystyrol-Hartschaum und der Weiterverarbeitung zu Produkten für den Bau-, Sanitär- und Wellnessmarkt. Die Schwerpunkte liegen dabei in den Bereichen: Wandverkleidungen, Bodenaufbauten, Badezimmerausbau sowie individuelle Wellnessanlagen. “Modernes Bauen” heute verlangt industriell vorgefertigte Lösungen. So entstehen komplette Wellness-, Sauna- und Badelandschaften. In Bauteile segmentiert, verkürzen sie Montagezeiten auf den Baustellen. Der ursprüngliche Kundenkreis hat sich über Fliesenverlegebetriebe und deren Großhandel auf Sanitär- und Innenausbaubetriebe erweitert. Andreas Donner, Dipl.-Ing., Fachbereich Bauwesen, ist seit über zehn Jahren als Anwendungstechniker bei Lux Elements tätig. In seinem Vortrag präsentierte er die aktuelle VDS-Studie zum Thema altersgerechtes Bad. Bodengleiche Duschen würden fast ausschließlich von Fachbetrieben eingebaut. „Etwa 17 Millionen Bäder warten nur darauf, von Euch renoviert zu werden. Also: ran an den Speck“, ermunterte er seine Zuhörer.

Knifflige Sache, aber mit Bravour und als Schnellster gelöst: Marcel Hartmann.

Schönox ist eine Marke der Sika AG und ein Teil der Sika Area Germany. Das Unternehmen entwickelt und produziert bauchemische Erzeugnisse rund um die Verklebung von Keramik und Bodenbelägen für den professionellen Verarbeiter. Das Sortiment umfasst Fliesenkleber, Fußbodenklebstoffe, Fugenmassen, Spachtelmassen, Schnellestriche, Grundierungen, Abdichtungen und Wandspachtelmassen.

Stefan Pein ist Product Service Experte in der Schönox Anwendungstechnik Fliese. Als gelernter Fliesenleger und Fliesenlegermeister hat er jahrelang praktische Erfahrungen in der Selbstständigkeit und Bauleitung gesammelt, von denen die Kunden seit acht Jahren profitieren. Er sprach in Iserlohn über das hochkomplexe und schadensanfällige Thema des Flächenausgleichs, präsentierte das gültige Regelwerk und zeigte immer wiederkehrende Problemstellungen auf.

Die Jury hatte eine schwere Aufgabe: v.l. Wladimir Schneider, Jürgen Pietsch, Stefan Pein und Max Kaiser.

Moderne Fliesen sind mehr als nur eine praktische Oberflächenverkleidung für Wände und Böden. Als elegante Stilelemente tragen sie zur Kreation ganz individueller Raumkonzepte bei und eröffnen ein facettenreiches Repertoire an Gestaltungsvariationen für drinnen und draußen. Marco Warschburger, Leiter Technik und Gestaltung bei Villeroy & Boch Fliesen, präsentierte das Unternehmen mit seiner heute 270jährigen Tradition und verwies auf die unbegrenzte Gestaltung und die Einsatzmöglichkeiten mit System anhand der aktuellen Serien aus dem Hause Villeroy & Boch.

Geschafft: Marcel Hartmann, Johannes Neubauer und Oliver Kuhn (v. l.) sind im Finale.

„Am Ende lagen alle Kandidaten sehr, sehr eng beieinander“, so das Fazit von Jurymitglied Wladimir Schneider (Lux Elements). „Wir haben es uns nicht leicht gemacht.“ Und am Ende fiel die Wahl der Jury, der neben Schneider noch Max Kaiser (Karl Dahm) sowie Jürgen Pietsch und Stefan Pein angehörten, auf Marcel Hartmann, Johannes Neubauer und Oliver Kuhn. Sie werden am 26. und 27. März gemeinsam mit sechs weiteren Etappensiegern im Finale gegeneinander antreten, wenn es heißt: Wer wird Deutschlands Fliesen-Champion?

Am Ende des zweiten Tages hatten die „Gelbwesten“ – hier mit Geschäftsführer Peter W. Blanke (3. v. r.) – Gelegenheit zu einem Betriebsrundgang.

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