Verbändebündnis: Mehr Wohneigentum auch für Geringverdiener

Bundesweit sollen pro Jahr mindestens 60.000 von ihren Besitzern selbst genutzte Eigentumswohnungen und Eigenheime zusätzlich gebaut werden. Jährlich sollen außerdem rund 340.000 Mietwohnungen in Eigentum umgewandelt werden. Das wollen führende Verbände der Bauherren und Architekten sowie der Bau- und Immobilienwirtschaft erreichen.

Das Verbändebündnis „Wohn-Perspektive Eigentum“ strebt dazu ein Eins-zu-eins-Verhältnis zwischen Wohnungseigentümern und Mietern in Deutschland an. Ziel sei es, die Eigentumsquote bis 2020 von derzeit knapp 45 auf 50 Prozent zu steigern. Damit läge Deutschland im europäischen Vergleich allerdings immer noch auf dem drittletzten Platz.

Das Bündnis startete deshalb Mitte November in Berlin die Offensive „Wohneigentum statt Miete“. Dazu stellte das Pestel-Institut, Hannover, eine neue Studie unter dem Titel: „Eigentumsbildung 2.0“ vor. Die Untersuchung der Wissenschaftler ergab, dass rund 70% der 25- bis 45-Jährigen Mieter seien. Die Eigentumsquote in dieser für den Wohnungskauf und Hausbau eigentlich typischen Altersgruppe sei in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. Dies sei insofern alarmierend, als das Wohneigentum als ein wichtiger Baustein der Altersvorsorge gilt.

Im Fokus der Studie stehen auch Geringverdiener. Ebenso Menschen, die in Leih- oder Zeitarbeit beschäftigt sind. Ihnen fehle heute häufig jede Perspektive auf Wohneigentum. Gründe dafür seien die mangelnde Langfristperspektive der Beschäftigung, eine oft zu geringe Bonität, ein nur geringes Eigenkapital und das Risiko einer Zinsänderung. Dabei stehe das Ziel, in den eigenen vier Wänden zu wohnen, nach wie vor ganz oben auf der Wunschliste der Deutschen.

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