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Städte stöhnen: Handwerker sind kaum noch zu finden

Viele öffentliche Aufträge bleiben lieben – Klagen über Bürokratie

Wie die Westdeutsche Allgemeine Zeitung in ihrer Ausgabe vom 04.06.2018 berichtet, bleiben laut einer Umfrage in vielen Städten in NRW öffentliche Aufträge liegen oder drohen teurer zu werden. Grund dafür ist der akute Fachkräftemangel im Handwerk. Allein in Dortmund mussten zuletzt jährlich rund 100 Bauvorhaben aufgehoben oder neu ausgeschrieben werden, so die WAZ.

Auch seien viele Angebote inzwischen viel zu teuer, klagen die Städte. Aufgrund des Handwerkermangels verlangen die verbliebenden Betriebe deutlich höhere Kosten. Die meisten Betriebe entscheiden sich angesichts der aufwändigen Bürokratie, die mit öffentlichen Aufträgen verbunden sind, zudem lieber für private Auftraggeber. So sollte im Sauerland ein Maler für einen Auftrag über 350 Euro insgesamt 20 Seiten ausfüllen, heißt es dem Bericht der Tageszeitung. Zudem bezahlen viele Kommunen erst nach Wochen, was für die kleineren Handwerksbetriebe eine zusätzliche Belastung darstelle. Der Städte- und der Gemeindebund fordert deshalb einfachere Vergabeverfahren.

Wie man lesen kann ist der Fachkräftemangel nicht nur bei den Fliesenverlegern oder Sanitärinstallateuren tägliche Realität. Experten sehen deshalb sogar das deutsche Wirtschaftswachstum durch die Engpässe auf dem Arbeitsmarkt bedroht. Was nützt es, wenn Milliarden-Summen aus der EU für die Sanierung von Schulen, Krankenhäusern ound anderen öffentlichen Gebäuden zur Verfügung stehen, es aber keine qualifizierten Handwerker gibt, die die Aufträge ausführen können?

Das Problem müssen die Handwerksbetriebe und Verbände zusammen mit der Öffentlichkeit lösen. Es müssen endlich übergreifende Konzepte mit einer anständigen Finanzierung her, die die Vorzüge des Handwerkerberufes darstellen und für neuen Nachwuchs werben. Denn sonst ist der goldene Boden, auf dem das Handwerk angeblich steht, bald nur noch rostiger Grund.

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