Sopro Planer- und Sachverständigenseminar: Die neuen Abdichtungsnormen

Experten diskutierten ein breites Spektrum zum Thema Nassräume

Das 26. Wiesbadener Planer- und Sachverständigenseminar zum Thema „Nassräume in Gebäuden fachgerecht planen und bauen“ stand ganz im Zeichen des neuen, seit Juli vergangenen Jahres gültigen Abdichtungsnormenwerks DIN 18534 zur Innenraumabdichtung. Dabei bot die eintägige Veranstaltung, die Ende Januar im Rahmen der Sopro ProfiAkademie stattfand, einmal mehr eine spannende Kombination aus Theorie und Praxis.

Ob Badezimmer, Wellnessbereich oder Großküche: Regelwerksänderungen, speziell im Bereich der Innenraum-Abdichtungen, Schnittstellen mit beteiligten Gewerken und neue Bauteilentwicklungen machen Nassräume aller Art zu einem Dauerbrenner einer jeden Baustelle. Das Sopro Planer- und Sachverständigenseminar „Nassräume in Gebäuden fachgerecht planen und bauen“ hatte es sich daher zur Aufgabe gemacht, zentrale Aspekte rund um den Themenkreis Nassräume in einer Reihe von Fachvorträgen zu beleuchten und gemeinsam mit namhaften Experten zu diskutieren – so Dipl.-Ing. Mario Sommer, Leiter der Sopro Anwendungstechnik/Objektberatung, bei der Begrüßung der 110 Seminarteilnehmer.

Verbundabdichtungen künftig DIN-geregelt

Wie Mario Sommer gleich zu Beginn feststellte, hat die neue Innenraum-Abdichtungsnorm seit ihrer Einführung Mitte vergangenen Jahres bereits für viel Bewegung im Markt gesorgt. Seiner Ansicht nach gibt die neue Norm künftig klare Vorgaben für Planung und Ausführung. Welche dies sind, dies machte Dipl.-Ing. (FH) Björn Rosenau, Bereichsleiter Objektberatung bei der Sopro, deutlich. Bei seinem Blick auf die DIN 18534 und die damit verbundene „Neuordnung von Abdichtungen in Nassräumen“ richtete er den Fokus speziell auf die „Abdichtung in Badezimmern, Wellnessanlagen und Großküchen“. Detailliert sprach er dabei die wichtigsten Aspekte an – von der Auswahl der Abdichtungsart und den unterschiedlichen Formen der künftig DIN-geregelten Abdichtungen im Verbund, über die neuen Wassereinwirkungsklassen, bis hin zu den Anforderungen an den Abdichtungsuntergrund. Gerade bei der Festlegung der jeweiligen Wassereinwirkungsklassen ist künftig verstärkt „der Planer gefragt“ – so der Referent. Neu auch: Im Bad ist am Boden künftig immer eine Abdichtung notwendig. Bei seinen Ausführungen legte Björn Rosenau ein besonderes Augenmerk vor allem auch auf so wichtige Detaillösungen wie Übergänge vom Boden zur Wand, Sockelanschlüsse aber auch Anschlüsse an Kühlhäuser u. ä. Ein weiterer Schwerpunkt waren die richtige Konstruktion und Abdichtung von thermisch belasteten und nicht belasteten Rinnen und Bodenabläufen. Nicht zu vergessen so wichtige Details wie Abdichtung im Bereich von Sockeln und Türen oder Rohrdurchdringungen und Bodenabläufen.

Gastgeber und Referenten des 26. Sopro Planer- und Sachverständigenseminars (von links): Dipl.-Ing. Mario Sommer, Dipl.-Ing. (FH) Björn Rosenau, Markus Geß, Dörte Mallohn, Andreas Meyer, Dr. Alexandra Treutler, Dipl.-Ing. Bernd Helfer und me. Jochen Henrich, M.Eng.

Schnittstellen beim Bau von Großküchen: Traumehe oder Rosenkrieg?

Die neue DIN spielte auch bei dem Vortrag von Dipl.-Ing. Bernd Helfer, Inhaber des Ingenieurbüros helfer.plan aus Neusäß, eine zentrale Rolle. Insbesondere ging er aber der Frage nach, ob die Schnittstellen beim Bau von Großküchen „Traumehe oder Rosenkrieg“ sind. Diese Schnittstellen existieren sowohl in der Planungsphase zwischen Architekt, TGA-Planer, Elektroplaner, Bauphysiker, Statiker und Küchenplaner, als auch in der Ausführung, beispielsweise zwischen Rohbauer, Estrichleger, TGA- Monteur, Abdichter und Fliesenleger. Funktionieren diese Schnittstellen, gibt es die „Traumehe“, sind sie schlecht abgestimmt und überwacht, kommt es zum „Rosenkrieg“ und letzten Endes zur Scheidung. Detailliert zeigte er, dass es insbesondere am Küchenfußboden viele Schnittstellen und Beteiligte gibt und dass genau dieser Boden einer der kritischsten Bauteile einer Küche ist, bei dem ein kleiner Fehler annähernd maximalen Schaden auslösen kann. Um dies zu verhindern, verwies er auf den von der Arbeitsgruppe Fußboden im Verband der Fachplaner (VdF) neu erarbeiteten und ab Juni diesen Jahres verfügbaren Leitfaden „Fußboden in der Großküche“, der neben Details und Beschreibungen, vor allem auch Tipps und Handlungsempfehlungen zu den wichtigsten Schnittstellen sowie für unterschiedlichste Bodenaufbauten bereit hält.

Vorfertigung bietet Qualität und Planungssicherheit

Dass neben den (normen-) rechtlichen Regelungen auch weiterhin innovative Entwicklungen die Branche prägen – dies machten die nächsten Referenten deutlich. So zeigte Markus Geß, Leiter Technik und Produktmanagement bei Lux Elements, wie sich eine „Schwimmbad- und Wellnesslandschaft mit Hartschaum“ gestalten lässt. Ob Duschtasse, Badewanne oder komplette Bäder, ob Dampfkabine oder Schwimmbadanlage: Hartschaum ist, so der Referent, „ein sicherer Untergrund im Nassraum“. So bietet er dank seiner grenzenlosen Formgebung in Kombination mit einer werkseitigen Vorfertigung vor allem höchste Sicherheit in Planung und Ausführung.

Um mehr Planungssicherheit ging es auch im Vortrag von Dr. Alexandra Treutler von der SchwörerHaus GmbH & Co. KG aus Ahrensfelde. Sie stellte eine schon seit längerem bewährte, aber dennoch nach wie vor überaus innovative Entwicklungen vor: den Einsatz von Fertigbädern. Eine Bauweise, die wie sie zeigte, zu „mehr Qualität und Planungssicherheit“ führt. Dafür sorgen die auf einem Musterbad als Qualitätsvorgabe basierende industrielle Vorfertigung, verbunden mit einer Bäder-, Schacht- und Schnittstellenplanung in 3D sowie eine kontinuierliche, durch ein spezielles QM-System unterstützte Verbesserung des Fertigbadsystems und der Prozesse.  Als weitere Vorteile nannte die Referentin die Flexibilität in Grundrissplanung und Design, die termingerechte Anlieferung, die kurze Einbauzeit, die Reduzierung von Schnittstellen sowie die Kostensicherheit und die Fixpreisgarantie.

Großformate erfordern ein Umdenken

Am Ende des Vortragsteils beschäftigte sich Jochen Henrich von der Sopro Objektberatung mit dem aktuellen Thema der Großformatverlegung und deren Besonderheiten. Seine zentrale These lautete dabei: „Der Einsatz immer größerer Plattenformate erfordert ein Umdenken! Arbeitsweise und bauchemische Produkte sind daher anzupassen“. Dazu zählen Spezialwerkzeuge zum Transport der Fliesen, Velegehilfen sowie spezielle Werkzeuge für die Verarbeitung ebenso wie ein perfekter Untergrundausgleich oder eine Grundierung mit absperrender und verfestigender Wirkung. Und last but not least natürlich optimal auf das Großformat abgestimmte Verlegesysteme sowie die Anwendung des „Buttering-Floating-Verfahrens“.

Anschaulicher und informativer Praxisblock

Perfekt abgerundet wurde das eintägige Seminar mit einem umfangreichen Praxisblock, bei dem nochmals ein großer Teil der zuvor angesprochenen Themen aufgriffen wurde. Dörte Mallohn vom ACO Produktmanagement aus Stadtlengsfeld und Fliesenlegermeister Andreas Meyer vom Fliesenstudio Meyer aus Katzenelenbogen demonstrierten dabei zunächst den zielgenauen Einbau einer Dusche mit Hilfe des neuen ACO ShowerFloor-Systems. Anschließend zeigten die Sopro Verlegexperten – moderiert von Mario Sommer – die einzelnen Arbeitsschritte beim Eindichten von Duschtassen und Badewannen nach DIN 18534 mit den Sopro-Systemlösungen. Die Seminarteilnehmer konnten sich dabei von technischen Besonderheiten des neuen Sopro Wannen-Dicht-Systems überzeugen.

 

 

 

 

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