Schließung des Saloni-Werkes in Sant Joan de Moró

Grund sei starker Anstieg der Produktionskosten aufgrund explodierender Gaskosten

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Das neue Jahr beginnt nicht gerade mit ermutigenden Nachrichten für die Fliesenbranche in der spanischen Provinz Castellón. Wie einige spanische Online-Medien übereinstimmend berichten, hat das britische Unternehmen Victoria PLC die Schließung der Saloni-Produktionsstätte in Sant Joan de Moró bestätigt. Von der Schließung sind knapp 200 Arbeitnehmer betroffen. Die Gruppe Victoria Spain sehe sich gezwungen, ihre Produktionskapazitäten zu reduzieren und angesichts des „starken weltweiten Nachfragerückgangs im Sektor” sowie der steigenden Energiekosten – insbesondere für Gas, der wichtigsten Energiequelle des Unternehmens – „Kostendämpfungsmaßnahmen” zu ergreifen.

Verhandlung über Sozialplan angesichts 200 drohender Entlassungen

Vergangene Woche teilte das Unternehmen, zu dem auch Keraben und die Marke Íbero zählen, den Gewerkschaftsvertretern mit, dass die Schließung des Werks in Sant Joan de Moró die Entlassung von knapp 200 Mitarbeitenden bedeuten wird. Victoria schlug einen Mobilitätsplan vor, der die Versetzung von etwa 50 Arbeitnehmern des Werks in die Produktionsstätten der Gruppe in L’Alcora und Nules vorsieht. Dorthin sollen auch die Aktivitäten im Bereich der rotscherbigen Wandfliesen und der kleinen Freinsteinzeugprodukte verlagert werden. Zusätzlich zu dieser Maßnahme wurde bereits ein befristeter Entlassungsplan für rund 1.200 Beschäftigte in diesem Jahr vereinbart.

Kontinuität der Marke Saloni

Saloni wurde 2018 von Victoria für rund 100 Millionen Euro übernommen. Trotz der Schließung der Produktionsstätte in Sant Joan de Moró versichert Victoria, dass dies nicht das Verschwinden des Unternehmens bedeute. Alle weiteren Produktionszentren für die drei Marken von Victoria Spain (Keraben, Saloni und Íbero) produzieren weiterhin und diese Schließung bedeute nur, dass man von „vier halb ausgelasteten Fabriken zu drei Fabriken mit besserer und effizienterer Auslastung” übergehe. Das Werk in Sant Joan de Moró ist auf die Herstellung kleiner und mittlerer Formate ohne Rektifizierung ausgerichtet, während die übrigen Werke über die Kapazität zur Herstellung aller Arten von Produkten verfügen.

Andere Schließungen im Keramiksektor

Wie das Unternehmen selbst bestätigt hat, ist diese Entlassung eine direkte Folge der komplizierten Situation, in der sich der Keramiksektor in der spanischen Provinz Castellón aufgrund der hohen Energiekosten befindet. Der exponentielle Anstieg des Gaspreises hat dazu geführt, dass die meisten Keramikkonzerne vorübergehende Entlassungen und Produktionsstilllegungen vorgenommen haben und auch damit begonnen haben Fabriken zu schließen. Eines der ersten Unternehmen, die zu Fall kamen, war Todagres, das im September letzten Jahres mit einem leeren Stand auf der Cersaie auf sich aufmerksam machte. Auch Pamesa kündigte die Einstellung seiner Tätigkeit in Azulejera Alcorense an und andere kleinere Fabriken wie Struker und Eneacer sind ebenfalls der Energiekrise zum Opfer gefallen. Die Gewerkschaften haben errechnet, dass seit Beginn der Energiekrise bis zu 1.500 Arbeitsplätze in der Provinz vernichtet wurden. Eine Situation, die nicht nur die Fliesenindustrie betrifft, sondern bereits deutliche Auswirkungen auf ihre Nebenbranchen wie Glasuren, Maschinen und Verpackungen hat, die ebenfalls Entlassungen angekündigt haben.

Internationale Strategie von Victoria PLC

Im Rahmen der internationalen Strategie zur Bewältigung der Energiekosten kündigte das Unternehmen im November letzten Jahres an, einen Plan in Höhe von neun Millionen Euro zur Förderung des türkischen Fliesenherstellers Graniser zu aktivieren, um die Qualität seiner Produkte für den Export nach Europa und Nordamerika zu verbessern. Dies ist die einzige Fliesenfabrik von Victoria außerhalb der Europäischen Union und somit nicht so stark von den hohen Energiekosten betroffen wie die Produktionsstätten in Spanien und Italien.

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