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Italienische Florim-Gruppe mit zweistelligen Wachstumsraten

2020 kommt ein Florim-Flagshipstore in Frankfurt

Mit der Cersaie richtete sich der Blick der Branche bereits auf das, was in der nahen Zukunft kommt. Wie steht die (italienische) Keramikbranche zum Jahresende 2019 da und was kommt 2020? Nachfolgend ein Blick auf das Geschehen aus der Perspektive der Florim-Gruppe mit Fokus auf den deutschen Markt. Dort hörte 1200GRAD-Italienkorrespondentin Alexandra Becker nach.

Das Herz des Herstellers von Feinsteinzeugplatten schlägt in Fiorano Modenese. Zur Gruppe zählen die Marken Floor Gres, Rex, Cerim, Casa dolce casa – Casamood, FLORIM stone, CEDIT – Ceramiche d’Italia, weltweit werden 1409 Mitarbeiter beschäftigt. In 2018 erzielte die Florim-Gruppe einen Umsatz von über 408 Millionen Euro.

Was bedeutet der deutsche Markt für Florim?

Der deutsche Markt ist nach Auskunft des Unternehmens traditionell ein sehr wichtiger Bezugspunkt, in den auch in Zukunft weiter investiert werden wird. Neben Frankreich sei Deutschland schon immer der wichtigste Zielmarkt für die Produkte der italienischen Keramikindustrie gewesen. Für 2020 ist die Eröffnung eines Flagship Stores in Frankfurt geplant. Allen Marken der Gruppe gewidmet, soll er ein wichtiger Treffpunkt mit Architekten, Bauherren, Designern und Kunden  werden.

Wie läuft 2019 für die Florim-Gruppe?

Obwohl 2019 für die Branche ein Jahr mit groβen Herausforderungen war, sei es Florim gelungen, eine gute Verkaufsleistung der italienischen Marken aufrechtzuerhalten, was auch auf den Erfolg der großformatigen Platten zurückzuführen sei.

Auf dem deutschen Markt wachse Florim mit zweistelligen Wachstumsraten.  Das Erfolgsrezept liegt, so das Unternehmen, auch in der  Vertriebsstrategie. Sie basiert auf den Aktivitäten der Florim-Promotoren und Geschäftsentwickler, die mit einem innovativen und erfolgreichen Geschäftsmodell mit den jeweiligen Aktivitäten der  traditionellen Vertriebspartner verknüpft werden.

Bei den bedeutendsten Händlern habe sich ein Trend etabliert: Sie nutzen den Mehrwert und die Positionierung der Marken der jeweiligen Hersteller. Den Florim-Marken kommt das, so das Unternehmen, bereits jetzt zugute. Für die nahe Zukunft zeichne sich bereits ab, dass der Fokus auf Markenpositionierung und Entwicklung der Markenidentität für die einzelnen Marken der Gruppe verstärkt Früchte tragen werden.

Macht sich der Mangel an qualifizierten Fliesenlegern auf dem Markt bemerkbar?

Der Mangel an qualifizierten Verarbeitern habe auf dem deutschen Markt sicherlich zu einem Volumenverlust für die Keramikbranche zugunsten anderer Werkstoffe (wie Vinyl und Laminate) geführt.

Allerdings leiden nach Einschätzung der Florim-Gruppe eher das mittlere bzw. niedrige Marktsegment darunter. In den Marktbereichen, in denen die Florim-Marken angesiedelt sind, habe das Fehlen von Fliesenlegern hauptsächlich die Terminverschiebung mehrerer Baustellen verursacht, aber nicht zum Austausch von Fliesen zugunsten alternativer Werkstoffe geführt.

Welche Entwicklungen /Trends /mögliche Schwierigkeiten sehen Sie für die Zukunft?

Bei Florim hat man keinen Zweifel daran, dass die Branche weiterhin unter einer instabilen und schwierigen Marktsituation leiden wird, die vor allem mit einer Überproduktion im Vergleich zum gegenwärtigen Verbrauch verbunden ist. In diesem Zusammenhang wird Florim weiterhin investieren, um eine hohe Marktposition auf der Grundlage von Produktforschung, technologischer Innovation und Engagement für Nachhaltigkeit in allen Unternehmensbereichen zu halten.

Das wird so erklärt, dass die Entwicklung jedes Florim-Produkts Teil einer umfassenderen designorientierten Strategie und des Innovationsgehalts des Produkts ist. Florim sei kein Keramikunternehmen, das Designprodukte herstellen möchte, sondern ein Designunternehmen, das keramische Beläge herstelle und dies mit Blick auf die Nachhaltigkeit seines Prozesses umsetze. (1200GRAD hatte hier berichtet, wofür das grüne „I“ im Florim-Logo steht.)

Durch gezielte Investitionen in Höhe von über 40 Millionen Euro in den letzten sechs Jahren und die tägliche Steuerung der Produktionsprozesse hat die Florim Group auf die Schonung der Umwelt und der Ressourcen gesetzt. Die Unternehmenspolitik im Hinblick auf das Umwelt- und Energiemanagement beschränke sich nicht nur auf die Einhaltung der geltenden Rechtsvorschriften, sondern ziele darauf ab, das Produkt, den Prozess und die Überwachung der Lieferkette kontinuierlich zu verbessern.( Bei 1200GRAD lesen Sie hier über die Investitionen).

Als erster Keramikhersteller UNI EN ISO 50001-Zertifizierung erhalten

Florim ist heute dazu in der Lage, 100% des im Produktionskreislauf verbrauchten Wassers und 100% des bei diesem Prozess wiederverwendeten rohen Produktionsabfalls zurückzugewinnen. Seit einigen Wochen wird unter optimalen Bedingungen der Strombedarf für den Betrieb der italienischen Produktionsstätten mit den folgenden Anlagen gedeckt: 26.000 Quadratmeter Photovoltaik-Module sowie zwei KWK-Anlagen und weitere 19.000 Quadratmeter bestehende Module sorgen dafür.

Als erster Keramikhersteller weltweit habe das Unternehmen die UNI EN ISO 50001-Zertifizierung für das Energiemanagement erhalten. Weitere Zertifizierungen wie die UNI EN ISO 14001 für das Umweltmanagement und die Zertifizierung des Qualitätsmanagementsystems ISO 9001 werden genannt. Florim ist auch der EPD (Environmental Product Declaration) beigetreten, einer internationalen Zertifizierung, die die Umweltauswirkungen der verschiedenen Produkte während ihres gesamten Lebenszyklus misst.

Wann erscheinen die auf der Cersaie gezeigten Neuheiten auf den D-A-CH-Märkten?

Der Hersteller kündigt an, zwischen Ende 2019 und Anfang 2020 in den Ausstellungen der Kunden und in den Architekturbüros die Muster der neuen Kollektionen zu platzieren, die auf der Cersaie großen Erfolg hatten.

Auf der Cersaie zeigte Florim u.a. die neue Kollektion „I filati di Rex“, die wertvolle textile Muster aus der Tradition Venedigs auf Feinsteinzeugfliesen überträgt. Die Kollektion ist in Partnerschaft mit dem namhaften venezianischen Textilhersteller Rubelli entstanden.

Florim-Kollektion „I filati di Rex“ Foto: Florim

Weiterführende Informationen auf der deutschsprachigen Firmenseite https://www.florim.com/de/

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