Gradmesser: Hat die Zukunft des Wohnbaus bereits begonnen?

Schneller Bauen – unter dieser Überschrift hat Deutschlands größter Wohnungseigentümer Vonovia am Stammsitz in Bochum „neuen bezahlbaren Wohnraum“ fertig gestellt. Dafür wurde Ende 2016 das erste seriell gebaute Wohnhaus mit 14 schlüsselfertigen Wohnungen in modularer Bauweise in einer Bauzeit von drei Monaten errichtet. „Bezahlbaren Wohnraum in zentralen Lagen zu schaffen – das ist die drängendste Herausforderung der Wohnungswirtschaft in Deutschland“, so Vorstandsvorsitzender Rolf Buch.

Als „modular“ bezeichnet man das dreigeschossige Gebäude aus standardisierten Elementen, weil es direkt vom Tieflader zur Baustelle gebracht wird: ein Holzhybridgebäude mit insgesamt 45 Holzmodulen. Ausführende Baufirma war die Modulbau Lingen. Die Planung des Gebäudes lag in den Händen von Vonovia gemeinsam mit Koschany + Zimmer Architekten KZA aus Essen. Entstanden sind 14 senioren- und familiengerechte Wohnungen mit zwei bis vier Zimmern und von 44 bis 88 Quadratmetern mit Balkon oder Terrasse. Fünf der Wohnungen sind Barriere arm oder rollstuhlgerecht. Investiert wurden dafür 1,6 Millionen Euro.

Das neue Wohnprojekt ist in einer bereits bestehenden Wohnsiedlung mit der notwendigen Infrastruktur entstanden. „Nachverdichtet“ auf neudeutsch also. Das sei günstiger, als auf der grünen Wiese zu bauen. Seriell zu bauen, so das Konzept, bedeute nicht, einfallslos zu sein: modular bauen, aber passend zum jeweiligen Standort planen. Dabei sollen die Wohnquartiere ganzheitlich entwickelt werden.

Das Neubauprogramm soll nun weiter ausgerollt werden. Für 2017 ist ein Investitionsprogramm in Höhe von 1 Mrd. Euro beschlossen worden. Schwerpunkte dabei sind Neubau, Dachaufstockung und die Bestandsverbesserung. Ob so die Wohnbauprojekte der nahen Zukunft aussehen? Eines scheint jedenfalls klar: die Bauabläufe und die Bauakteure werden sich spürbar verändern!

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