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“Gespräche auf digitale Kanäle verlagert”

Interview mit Sandra Wouters, Vertriebsleiterin für Fliesen- und Bodensysteme bei Saint-Gobain Weber

Während der Corona-Zeit gewannen Video-Konferenzen, Webinare, digitale Schulungen und andere neue Tools in der Marktbearbeitung an ganz neuer Bedeutung. Doch wie erfolgreich sind dieses neuen, vorwiegend digitalen Hilfsmitteln? Wir unterhielten uns dazu mit Sandra Wouters, Vertriebsleiterin für Fliesen- und Bodensysteme bei Saint-Gobain Weber.

Frau Wouters: Wie hat sich in den letzten Monaten das Geschäft für Saint-Gobain Weber angesichts der Corona-Krise entwickelt?

Saint-Gobain Weber blickt trotz Corona-Krise auf ein erfolgreiches Jahr 2020 zurück. Umsatz und Ergebnis haben sich im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Zudem belegt eine von uns in Auftrag gegebene bundesweite Marktbefragung unter 400 zufällig ausgewählten Handwerksbetrieben aus den Bereichen Bau und Ausbau die wachsende Bekanntheit und ein positives Image der Marke Weber.

Was erwarten Sie noch vom Rest des Jahres?

Die Lage ist dynamisch und ändert sich beinahe täglich, so dass schwer vorherzusehen ist, welche neuen Herausforderungen auf uns zukommen. Die Auftragslage unserer Kunden ist nach wie vor ungebrochen gut, und darüber freuen wir uns natürlich. Wir bleiben zuversichtlich und vertrauen darauf, dass wir gemeinsam durch vernünftiges und rücksichtsvolles Verhalten, weitgehend unbeschadet durch die Krise kommen werden.

Die Lage ist dynamisch und ändert sich beinahe täglich…

Sicherlich hat sich angesichts von Corona auch die Marktbearbeitung insgesamt verändert, hin zu mehr digital Angeboten und Formaten. Was macht Ihr Unternehmen in dieser Hinsicht?

Digitale Kommunikationskanäle mit unseren Kunden, wie die WeberApp oder der Weber Messenger mit Videochatfunktion, bestanden schon vor der Corona-Krise, haben jetzt aber an Bedeutung gewonnen. Sehr stark zugenommen haben auch Video-Meetings über Microsoft Teams. Zudem bietet die Weber WissensWerkstatt im Winter auch Online-Seminare an. Für diese so genannten Weber Webbies gilt “kurz, knackig, kostenlos”. Sie widmen sich in maximal einer Stunde aktuellen Themen, wie beispielsweise am 19. November dem Thema “Bodengleiche Duschen”. Teilnehmer können sich sowohl vom Computer als auch von einem mobilen Endgerät in die Weber Webbies einwählen. Die Anmeldung erfolgt unkompliziert über die Weber-Website.

Schnelle Hilfe von der Weber-Anwendungstechnik erhalten Fliesenleger ab sofort auch per Videoanruf. Foto: Saint-Gobain Weber

Wie reagieren Handel und Verleger auf die neuen digitalen Angebote? Stehen die Zielgruppen dem offen gegenüber?

Die umfassende Betreuung unserer Verarbeiter- und Handelskunden durch digitale Angebote wurde sehr positiv aufgenommen. So haben wir uns gleich zu Beginn der Pandemie mit unseren Kunden aus dem Baustofffachhandel verständigt und die Gespräche auf digitale Kanäle verlagert. Das wird bis heute erfolgreich weitergeführt. Falls von Kunden gewünscht, pflegen wir unter Beachtung aller Hygiene- und Schutzmaßnahmen auch persönlichen Kontakt face-to-face.

Fliesenleger schätzen vor allem unseren Messenger-Dienst…

Fliesenleger schätzen vor allem unseren Messenger-Dienst, da sich damit Herausforderungen auf der Baustelle schnell, flexibel und zielgerichtet meistern lassen. Sie haben die Möglichkeit, Fragen zu stellen und Bilder zu senden, die dann zeitnah von unseren Anwendungstechnikern beantwortet werden. Auf Wunsch bieten wir auch einen Video-Rückruf an. Auch die Weber Webbies werden – nach den Anmeldezahlen zu schließen – gut angenommen, insbesondere vom Baustoff-Handel.

Insgesamt konnte die Zusammenarbeit dank der digitalen Angebote für alle Beteiligten effizienter gestaltet werden, ohne den persönlichen Kontakt zu vernachlässigen.

Inwieweit werden sich die jetzt eingeführten neuen Mittel zur digitalen Marktbearbeitung auch nach der Corona Krise halten bzw. durchsetzen?

Wir gehen davon aus, dass Online-Seminare unsere Services dauerhaft ergänzen werden. Damit erweitert sich für Handwerker und Fachhandel die Bandbreite an Fortbildungsangeboten. Video-Meetings und –Beratungen werden sicher auch weiterhin Teil der Kommunikation bleiben, wenn auch vielleicht nicht mehr ganz so intensiv wie jetzt. Letztlich hat die Corona-Krise im digitalen Bereich eine sinnvolle und bereits vorhandene Entwicklung beschleunigt. Und grundsätzlich gilt: Wo unsere Kunden sind, dort sind auch wir – möglichst schon vorher. Wenn diese also verstärkt im digitalen Bereich zu finden sind, werden wir uns auf diese Bedürfnisse einstellen. Entsprechend sehen wir die neuen Angebote auch hier als Bereicherung.

Wir gehen davon aus, dass Online-Seminare unsere Services dauerhaft ergänzen werden.

Wie sehr „schmerzt“ Saint-Gobain Weber in der Marktbearbeitung die ausgefallenen Messen, auch die Hausmessen des Handels?

Auf der persönlichen Ebene schmerzt es uns natürlich, den Kontakt mit unseren Kunden einschränken zu müssen und langjährige Partnerschaften nicht mehr face-to-face pflegen zu können. Virtuelle Messen und Showrooms sind zwar technisch mittlerweile ausgereifter und in der Krise ein probates Mittel, aber sie vermitteln letztlich nicht das gleiche Erlebnis wie eine reale Messe. Nicht zuletzt haben vor allem unsere Vertriebsmitarbeiter flexibel reagiert und durch ihr großes Engagement und viel Kreativität diese neuartige Situation gut gemeistert.

Wenn diese Pandemie vorbei ist, werden wir den persönlichen Kontakt über Besuche, Messen und Präsenzseminaren, den wir jetzt vermissen, wieder stärker pflegen, aber auch an dem festhalten, was sich durch die Krise als sinnvolle Ergänzung bewiesen hat.

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