Fliesenhersteller bekennen sich zum Standort Deutschland

BKF: Enge Partnerschaften mit Handel und Handwerk notwendig

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Die Bau- und Fliesenindustrie befinden sich in einer schweren Krise. Da hat auch die Berichterstattung von 1200Grad in den letzten Monaten unterstrichen. Nach den Belastungen der Covid-Pandemie haben die explodierenden Gas- und Strompreise die energieintensiven Industrien besonders hart getroffen.

Während die Wettbewerber im Ausland teilweise bis zu 45 % ihrer gesamten Energiekosten unbürokratisch ersetzt bekommen haben, konnte die deutsche Fliesenindustrie nicht von großzügigen Entlastungen profitieren. Diese Belastungen wirken nach, heißt es nun in einer Presseinformation des Bundesverband Keramische Fliesen e. V. (BKF).

Absatz- bzw. Auftragsrückgang von ca. 30 %

Hinzu kommt nun, dass sich die gesamte Bauindustrie und damit ebenfalls die Fliesenbranche mit einem Absatz- bzw. Auftragsrückgang von ca. 30 % im freien Fall befindet, ausgelöst u. a. durch höhere Zinsen und eine verwirrende bzw. nicht verlässliche Gesetzgebung: Viele Bauherren und Sanierer fragen sich, ob sie noch ihr Bad renovieren können oder das Geld für eine neue Heizung sparen müssen.

Dieser bislang nicht gekannte Einbruch bringt in der gesamten Baubranche nicht nur Hersteller, sondern zwischenzeitlich auch Unternehmen im Handel- und Handwerk in Bedrängnis. Mit der Steuler Fliesengruppe hat aktuell ein prominenter Fliesenhersteller ein Insolvenzverfahren beantragt (siehe unser Bericht hier). Klares Ziel des Verfahrens ist eine Restrukturierung und der Fortbestand des Unternehmens.

Mitgliedsunternehmen sind handlungs- und lieferfähig

„Derartige Entwicklungen verunsichern Lieferanten und Handelskunden“, stellt Jens Fellhauer, Geschäftsführer des Bundesverbands Keramische Fliesen (BKF) fest. „Die Mitgliedsunternehmen sind jedoch handlungs- und lieferfähig. Auch der Geschäftsbetrieb in der Steuler Fliesengruppe läuft vollumfänglich und unbeeinträchtigt weiter.

In Deutschland herrscht akuter Wohnungsmangel, die Energiewende lässt sich nur mit der Bauindustrie sowie ökologisch verträglichen Baumaterialien umsetzen. Dazu gehört die Fliese –und ganz besonders die Fliese aus Deutschland, denn in kaum einem Land werden Fliesen so umweltschonend und energieeffizient hergestellt wie hier. Insofern sind wir überzeugt, dass Fliesenhersteller in Deutschland trotz herausfordernder Rahmenbedingungen einen festen Platz haben und haben werden“.

Krise bietet  Chance

Dazu weiter der BKF: “Die derzeitige Krise bietet zudem die Chance, in der Branche auf starke Partnerschaften zu setzen, die auf Vertrauen, Fairness und Verlässlichkeit aufbauen – und letztlich gestärkt aus ihr hervorzugehen. Seit vielen Jahren fungieren die deutschen Fliesenhersteller als Ansprechpartner auf Augenhöhe für die Branche; und sie haben viele Themen und Anliegen im Sinne der Fachhandelspartner geregelt und organisiert, die mit ausländischen Unternehmen ungeklärt sind,” hebt Fellhauer die Bedeutung einer intakten inländischen Produzentenlandschaft für die Branche hervor.

„Unsere Mitgliedsunternehmen bauen auf ihre langjährigen Geschäftspartner. Und sie stellen sich unter dem Dach des BKF weiterhin Schulter an Schulter den vielen Herausforderungen, die die Politik in der EU und Deutschland zu bieten haben“, fasst Fellhauer die aktuelle Stimmung in den Unternehmen zusammen.

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