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Estricheinbau in luftiger Höhe

Das Hôpital Côte de Nacre (C.H.U.) in Caen

Eine Strangsanierung in einem Krankenhaus ist an sich schon eine logistische und organisatorische Herausforderung. Wenn dann aber noch die Höhe berücksichtigt werden muss, dann wird das ganze Vorhaben zu einer waren Meisterleistung, die nur mit Spezialbaustoffen bewältigt werden kann.

Das Hôpital Côte de Nacre (C.H.U.) in Caen ist ein Gebäudeblock mit 22 Etagen, der in  den 1970er Jahren von Henry Bernard konzipiert und 1975 in Betrieb genommen wurde. Mit einer Höhe von etwa 86 m prägt das Gebäude das Stadtbild der Hauptstadt der französischen Region Basse-Normandie.

Material vor dem Abtransport mit dem Aufzug in die 22ste Etage.

Die Klinik selbst ist ein Universitätsklinikum mit knapp 1.000 Betten. Sie bietet über 4.500 Personen Arbeit. Auf Basis dieser elementaren Position in der Gesundheitsversorgung der Region darf die Klinik auch im Rahmen eines Sanierungsvorhabens natürlich keine Einschränkungen im Betrieb erfahren.

Auslöser für die Bodensanierung im 980 m² großen, 22sten und damit höchsten Obergeschoss, waren Asbestrückstände, die sich zwischen altem Estrich und Kernbeton fanden. Zudem erfolgte in diesem Rahmen eine Neukonzeptionierung der Raumeinteilung. Dies bedeutete, dass der Bodenaufbau komplett neu hergestellt werden musste.

Die Flächen sind zum Einbau vorbereitet.

Materialien mussten in den 22sten Stock transportiert werden

Maßgabe war hierbei, dass der Betrieb im restlichen Gebäude so wenig wie möglich beeinträchtigt wird. Besonders Augenmerk lag hier auf dem direkt darunter liegenden Stockwerk, indem sich OP-Räume befinden, die natürlich auch zum Zeitpunkt der Maßnahme in Nutzung blieben. Alle benötigten Materialien mussten mit einem an der Außenfassade installierten Lastenaufzug in den 22sten Stock transportiert werden. Sie mussten im Gebäude auf der zu sanierenden Fläche angemischt werden, mit möglichst geringer Schmutzbelastung. Weiter erschwert wurde die Situation dadurch, dass aufgrund der baulichen Gegebenheiten ein direktes Anfahren des Gebäudes mit LKW nicht möglich war. Und natürlich bestand auch entsprechender Zeitdruck.

Umfangreiche Voruntersuchungen am bestehenden Betonuntergrund zeigten auf, dass dessen Oberfläche mit einer Haftzugfestigkeit von teilweise lediglich 0,2 N/mm² keine ausreichende Tragfähigkeit mehr aufwies, um den Verbund zum Estrich zielsicher herzustellen. Im Kern zeigte der Beton allerdings gute Festigkeiten. Auf Basis dieser Erkenntnisse wurde beschlossen, zunächst mittels einer geeigneten Grundierungsmaßnahme die Oberfläche des Betons zu verfestigen. Gewählt wurde die Sopro Epoxi-Grundierung EPG 522 inkl. entsprechender Absandung, die auf Basis ihrer niedrigen Viskosität ein ausgezeichnetes Eindringvermögen aufweist. Die Haftzugfestigkeiten konnten so auf Werte über 3,5 N/mm² verbessert werden.

Fertig eingebaute Flächen.

An das Estrichmaterial selbst wurden auch hohe Anforderungen gestellt. Es musste für eine Vielzahl von Oberbelagsmaterialien geeignet sein, vom PVC und Teppich bis hin zum Fliesenbelag. Genauso waren hohe Festigkeiten und gute Verarbeitungseigenschaften gefragt. Und natürlich sollte der Einbau schnell gehen wie auch die Belegereife in Hochgeschwindigkeit erreicht werden.

Die Wahl fiel auf den Sopro Rapidur FE FließEstrich 678. Dieser zeichnet sich durch seine besonderen Verlaufseigenschaften, durch seine schnelle Erhärtung und Trocknung und seine variablen Einsatzhöhen aus (im Verbund 20-70 mm, auf Trennlage 35-70 mm, schwimmend 35-70 mm). Er ist schon nach etwa 3 Stunden begehbar, nach etwa 24 Stunden mit Fliesen belegbar. Der als Sackware ausgelieferte Rapidur FE FließEstrich 678 ist schwindarm eingestellt, erreicht eine planebene Oberfläche und lässt sich gerade im Renovierungs- und Sanierungsfall ideal einsetzen.

10 Tonnen Estrich wurden pro Stunde

Die Verarbeitung erfolgte mit einer ebenfalls über den Außenaufzug ins 22ste Stockwerk beförderte Pumpe. Die knapp 1.000 m²  große Fläche konnte mit einem bis zu 85 m langen Schlauch gut bedient werden. Der Einbau lief extrem schnell. 10 Tonnen Estrich wurden pro Stunde hergestellt, vier Mann waren damit beschäftigt, den Estrich einzubringen, durchzurakeln und zu schwabbeln, vier Mann bedienten und – vor allen Dingen – befüllten die Pumpe permanent, drei Mann kümmerten sich um den permanenten Materialzufluss vom Boden aus.

Einbau Sopro Rapidur FE 678.

85 Tonnen Rapidur FE FließEstrich 678 wurden innerhalb eines guten Tages verarbeitet. Ergänzend kamen noch an einigen Stellen, die nur einen extrem dünnen Aufbau von wenigen Millimetern benötigten, 2 Tonnen Sopro FS 15 plus 550 zur Anwendung.

Inklusive aller Vor- und Nacharbeiten war der Estricheinbau innerhalb von drei Tagen abgeschlossen. Das vom Bauherren vorgegebene, schon knapp bemessene Zeitfenster von sieben Tagen konnte so deutlich unterschritten werden.

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