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Die Meister des Mischens

Wahrscheinlich wären die Verantwortlichen bei der Firma Collomix auch sehr gute Barkeeper geworden. Denn vom Mischen versteht man was in Gaimersheim bei Ingolstadt: Seit mehr als 40 Jahren residiert dort ein Familienbetrieb, der eine kleine Marktnische für sich zum Erfolgsgeheimnis gemacht hat. Die Redaktion 1200Grad war vor kurzem bei Collomix zu Gast und hat dabei einen Blick hinter die Kulissen der Misch-Meister geworfen.

In der Firmenbroschüre zum 40jährigen Unternehmens-Jubiläum ist von der „Faszination des Mischens“ die Rede. Das mag für Außenstehende eventuell ein bisschen befremdlich klingen. Doch wenn man sich mit Haut und Haaren einem Thema verschrieben hat, dann ist man meist auch sehr gut darin. Das ist bei Collomix beim Thema Mischen der Fall: Die Ingolstädter gelten heute auch international als anerkannte Experten für Mischtechnik und sind einer der führenden Hersteller von Qualitätswerkzeugen für das Mischen von Baustoffen und technischen Materialien.

Das neue Bürogebäude von Collomix in Gaimersheim. Foto: Collomix

Mit seinen innovativen Lösungen ist das Unternehmen heute in mehr als 50 Ländern erfolgreich positioniert. Am Unternehmensstandort Gaimersheim bei Ingolstadt, an dem man vor rund 1,5 Jahren eine neue Firmenzentrale errichtete, arbeiten mehr als 100 Mitarbeiter des familiengeführten Unternehmens in Entwicklung, Produktion und Vertrieb. Collomix ist in zwei Geschäftsbereichen tätig: Für das Baugewerbe und Handwerk bietet das Unternehmen eine Produktpalette von elektrisch betriebenen Handrührwerken und Rührstäben. Dieses wird ergänzt durch größere Zwangsmischer bis hin zu Systemlösungen für den Mauerwerksbau und den Transport der Materialien. Für die international agierenden Farben- und Putzhersteller stellt Collomix Farbrezeptieranlagen und Mischmaschinen für das Mischen im geschlossenen Liefergebinde her.

Richtiges Mischen ist eine Kunst

Die permanente Beschäftigung mit den Aufgabenstellungen der modernen bauchemischen Materialien in der Aufbereitung ist bei Collomix Tagesgeschäft. Die Kompetenz für das Aufbereiten von Baustoffen hat der Firma ein Alleinstellungsmerkmal am Markt verschafft. Für Laien ist das Mischen von Pulverprodukten mit Wasser ein simpler Prozess. Doch in der Realität ist das Mischen ein ausgesprochen komplexer Verarbeitungsprozess, insbesondere bei der Komplexität moderner Baustoffe. Da geht es um Konsistenzen, Fließfähigkeit, Verlaufeigenschaften, Haftzug, das „Aufschließen“ der Materialien für homogene Mischungen, Verarbeitungszeiten etc. Da verlieren Misch-Laien schon mal schnell die Übersicht. In Prospekten (in 25 Sprachen) und auf der hauseigenen Website (in 4 Sprachen) stellt Collomix deshalb zahlreiche Informationen für den Verkäufer und Anwender zur Verfügung. Mit denen wird erklärt, welche Collomix-Geräte für welchen Einsatzzweck geeignet sind. Ein hauseigener Internet-Blog mit Erfahrungsberichten ergänzt das Informationsangebot.

Mit einem kleinen Drehfächer können die Kunden am POS den richtigen Rührmischer für ihr Produkt finden.

Kein Wunder also, dass auch das who is who der Bauchemie bei den Ingolstädtern ein und ausgeht, um sich mit den Technikern der türkisen Marke darüber auszutauschen, welcher Rührstab nun der Beste für den neuen Fliesenkleber ist. Hier verfügt Collomix über ein „Misch Know how“, dass das Unternehmen zu einem gefragten Ansprechpartner macht. Und es ist keine Seltenheit, dass in den Verarbeitungsblättern der Bauchemie explizit darauf hingewiesen wird, dass zum Verarbeiten der Materialien auf Collomix Geräte zurückgegriffen werden soll.

Ergonomie und Langlebigkeit der Geräte

Doch das allein würde nicht ausreichen, um sich vier Jahrzehnte lang in der Branche als führender Anbieter zu behaupten. Die bayerischen Tüftler feilen unermüdlich an der Ergonomie, Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit ihrer Produkte. Dazu Herbert Geier, Leiter der Marketing-Abteilung: „Herausragende Ergonomie erleichtert dem Anwender die Arbeit, macht sie komfortabler und schützt seine Gesundheit. Die harte Arbeit am Bau erfordert Zuverlässigkeit und verlangt Geräte, die dauerhafte Leistung mit Langlebigkeit verbinden.“

So kommt es nicht selten vor, dass Anwender nach Ersatzteilen für Collomix-Geräte fragen, die sich schon seit über zwei Jahrzehnten im täglichen Baustelleneinsatz bewähren. Und solche Ersatzteile hat man in Ingolstadt als Markenhersteller natürlich immer noch parat. Und die Entwicklung geht immer weiter: Aktuell arbeitet man an der Verbesserung der Staubabsaugung beim Mischprozess. In Kooperation mit Metabo ist zudem ein leistungsfähiges Akku-Gerät in der Entwicklung.

Die Collomix Maschinen in der historischen Betrachtung: Man sieht deutlich, was sich in Sachen Ergonomie in den Jahren getan hat. Foto: Collomix

Marke ist wichtig für den Erfolg

Bis zu 300 Elektorgeräte zum Mischen werden täglich bei Collomix hergestellt.

Apropos Marke: Der charakteristische Firmenschriftzug im leuchtenden Türkis und die damit verbundene Markenpflege ist dem Unternehmen ein wichtiges Anliegen. Schon früh haben die beiden Firmengründer Johannes Essing und Horst Heimgärtner – zwei Kaufleute, die zuvor für den Markenhersteller Molto tätig waren – erkannt, dass eine starke Marke auch im Bausektor ein wichtiges Argument für die Kaufentscheidung sein kann. Deshalb wurde von Anfang an auf die Positionierung als Spezialistenmarke im Premiumsegment gesetzt. Dazu noch einmal Herbert Geier: „Gemessen an unserer Unternehmensgröße ist die Anerkennung der Marke ein wichtiger Pfeiler des Erfolgs. Wir legen besonderen Wert darauf, dass die Marke lebendig und sympathisch erlebt wird. Dafür stehen in erster Linie die Menschen des Unternehmens.“

Heute wird das inhabergeführte Unternehmen bereits in der zweiten Generation von den Gründerfamilien geleitet. Neben den Geschäftsführern Alexander Essing und Jörg Kiefer gehört Elke Heimgärtner-Geier zur Firmenleitung. Der Umsatz betrug im Geschäftsjahr 2016 insgesamt 27 Mio. Euro. Die Rührprodukte haben daran einen Anteil von ca. 65 %, die Farbrezeptieranlagen von 35 %.

Jährlich verlassen rund 1 Millionen Rührmischer die Produktion. In der Lackierstraße wird auch OEM-Ware gefertigt – natürlich nicht im typischen Collomix Türkis.

Starkes Exportgeschäft

Rund 70 % des Geschäftes werden im Export getätigt, der traditionell bei Collomix schon immer stark ausgeprägt ist. Die Auslandsmärkte werden vornehmlich über Distributoren bearbeitet. Nur in Österreich, den Benelux-Ländern und Frankreich ist man mit eigenen Mitarbeitern aktiv. Auch in Skandinavien ist das Unternehmen stark vertreten. In den USA betreibt Collomix in Milwaukee ein eigenes Tochterunternehmen. In Deutschland wird der Vertrieb ausschließlich über den Baustoff-Fachhandel, die Malergeschäfte und den Werkzeughandel abgewickelt.

Für die Vertriebspartner steht ein umfangreiches Vermarktungskonzept mit zahlreichen POS-Hilfen etc zur Verfügung. Die Kunden werden mehrmals jährlich, z.T. in Kooperation mit Partnern aus der Bauchemie, im hauseigenen Schulungszentrum weitergebildet.

Kurz: Bei Collomix wird alles daran gesetzt, dass man auch in 40 Jahren noch der „Meister des Mischens“ ist.

Unser 1200Grad Video zum Collomix-Besuch:

 

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