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Ceramiche Ricchetti wird von italienischem Fonds QuattroR übernommen

Investition von ca 26 Millionen Euro soll dem verschuldete Unternehmen Neustart ermöglichen

Das Karussell der Übernahmen italienischer Keramikhersteller dreht sich weiter: Nachdem in den vergangenen Jahren hauptsächlich Investoren aus dem Ausland auf Einkaufstour auf dem italienischen Stiefel waren (siehe https://www.1200grad.com/emilceramica-wird-an-mohawk-verkauft), bleibt die Ricchetti Gruppe mit der Übernahme des Fonds QuattroR fest in italienischer Hand. Der Investmentfonds QuattroR hat eine Übernahme zu 0,215 Euro pro Aktie mit der Inhaberfamilie Zannoni vereinbart.

Als Erben von Oscar Zannoni hält die Familie 62% der Firma. Ceramiche Ricchetti wurde 1960 gegründet und befindet sich in Sassuolo, im Herzen des Keramikdistrikts zwischen Modena und Reggio Emilia. Oscar Zannoni hatte das Unternehmen 1995 als Inhaber der Ceramiche Cisa Verdisa übernommen. Trotz der internationalen Aufstellung mit Fliesenwerken in Deutschland, Schweden und Finnland, begleitet von kommerziellen Firmen in Frankreich, Dänemark, Norwegen und den Vereinigten Staaten, hatte die Gruppe unter internationalem Konkurrenzdruck und unter der Immobilien- und Finanzkrise gelitten und bereits eine Umstrukturierung durchgeführt.

Die Ricchetti-Gruppe zählt heute sechs Produktionsstätten im Ausland und eine in Italien, 23 direkt betriebene Ausstellungen und 1055 Mitarbeiter, davon 314 in Italien. Zu den Marken der Gruppe gehören in Italien Cisa, Cerdisa, Manifattura Del Duca und Roberto Cavalli und im Ausland Höganas, Klingenberg, Evers, Pukkila, Bellegrove und Cinca.

Das Unternehmen schloss die letzte Bilanz mit einem Umsatz von 162 Millionen (-1,8%) und einer konsolidierten Bruttobetriebsmarge von einer Million negativ ab. (Im Vergleich zu einem positiven Wert von 0,7 Millionen in 2016). Das Betriebsergebnis lag mit  10 Millionen (-8,4 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr ) im roten Bereich. Dabei wurde ein Nettoverlust von 12,1 Millionen (2016 noch 9,9 Mio Nettoverlust) und eine Verschuldung in Höhe von 89,8 Millionen Euro gegenüber 86,9 Millionen Euro im Jahr 2016 verzeichnet.

Zu berücksichtigen ist jedoch auch die Investitionstätigkeit der Gruppe – 1200grad berichtete hier darüber.

Im vergangenen Juli gab das Unternehmen seine Absicht bekannt, seine finanzielle Situation zu stärken.

QuattroR ist ein Fonds für den Relaunch mittelgroßer italienischer Unternehmen und wird von QuattroR Sgr kontrolliert. Ziel der Operation ist, den Neustart des Unternehmens zu unterstützen und die Stärkung seiner Finanz- und Kapitalstruktur sicherzustellen.

Für Andrea Morante, Präsident von QuattroR, hat das Unternehmen ausgezeichnete Grundlagen: “Wir sprechen von einem gesunden Geschäft, das aufgrund der Knappheit des verfügbaren Kapitals und der Unmöglichkeit, in neue Maschinen zu investieren, Schwierigkeiten hatte, mit der ausländischen Konkurrenz mitzuhalten ». Laut Morante müsste sich der gesamte Distrikt auf den Premiumbereich konzentrieren, vor allem durch Investitionen in neue Maschinen und Design. “Für ein Unternehmen, das fast 90% seiner Produktion exportiert, ist es entscheidend, Trends und Moden umzusetzen.”

 

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