Ceramiche Piemme sieht Potential für maβgeschneiderten Service

Ein Interview mit David Colli, COO von Ceramiche Piemme

Ceramiche Piemme ist mit den beiden Marken Ceramiche Piemme Floor and more und mit Valentino by Ceramiche Piemme auf dem Markt. Auf der Cersaie 2019 wurden drei neue Keramikkollektionen vorgestellt: Glitch designed by Benoy, Materia und Soul sowie die Sanitärprodukte des Tailor Made Projekts: Standwaschtische, Einzelwaschtische, Konsolenplatten und Duschwannen aus Feinsteinzeug – hergestellt in Fiorano Modenese. Seit 2019 wird ein neuer Piemme Project Solutions Service angeboten, der sich an Architekten und Bauunternehmen wendet. Ceramiche Piemme Contract zeigte die beiden neuen Kollektionen Ageless und Venetian-Marble.

Im Rahmen der Cersaie in Bologna hatte 1200GRAD die Gelegenheit zu einem Gespräch mit Davide Colli, Betriebsleiter (COO, englischer Titel Chief Operating Officer) von Ceramiche Piemme. Seit Juli 2018 ist Davide Colli an der Spitze des italienischen Keramikherstellers (1200Grad berichtete hier). Nachfolgend eine aktuelle Einschätzung der Keramikbranche mit einem besonderen Blick auf den deutschen Markt aus der Sicht von Davide Colli.

Herr Colli, wie verläuft das Jahr 2019 für Sie?

Trotz der generellen Abkühlung in diesem Sektor hat Ceramiche Piemme das Jahr 2018 etwas über dem italienischen Landesdurchschnitt abgeschlossen. 2019 entwickelt sich für Ceramiche Piemme entsprechend dem Trend.

Welche Entwicklungen, Trends oder eventuelle Schwierigkeiten sehen Sie für die Zukunft?

Kooperationen mit wichtigen Designstudios werden immer wichtiger. Die verschiedenen Marken sollten klar auf dem Markt positioniert sein, so dass erkennbar ist, worin sie sich unterscheiden. Dazu zählt die Konzentration auf besonders wichtige Märkte im Handel und eine Strategie für große Projekte, wie zum Beispiel ein umfassendes Angebot für Architekten, Designer und Bauunternehmen. 

Heute ist es essentiell, ein Projekt auch kulturell voranzutreiben.  Daher gebe ich auch der Partnerschaft mit einem internationalen Player wie dem Londoner Designstudio Benoy große Bedeutung, das in allen Teilen der Welt präsent ist. Diese Partnerschaft, aus der die Kollektion “Glitch” entstanden ist und die neuen Kollektionen, die wir auf der Cersaie präsentierten, unterstützt die neue Vorgehensweise von Ceramiche Piemme in wichtigen Märkten, sowohl im Bereich Handel als auch im Großprojekt-Sektor. Wir haben an neuen Angeboten in diese Richtung gearbeitet: an neuen technischen Materialien, an neuen Fliesen, die für alle Bereiche passen, und an einem umfassenden Angebot für Architekten, Designer und Bauunternehmen.

Ich halte es für die Branche im Allgemeinen wichtig, dass die Keramik durch eine Vergröβerung der Angebotspalette zu einem ästhetisch führenden Produkt positioniert wird, das gleichzeitig eine gute ökologische Wahl ist.

Und insbesondere in Bezug auf den deutschsprachigen Markt?

Hier setzen wir zweigleisig auf den Handel und auf objektbezogene Anwendungen. Wir bieten dazu speziell zugeschnittene Serviceleistungen mit unseren neuen „Project Solutions“ und Produkten wie „Tailor Made“. Dadurch wird ein Produkt- und Servicepaket geschnürt, das genau auf die wichtigsten Märkte wie Deutschland ausgelegt ist.

Welche Bedeutung hat der deutsche Markt für Ceramiche Piemme?

87 % des Umsatzes von Ceramiche Piemme wird außerhalb von Italien erzielt und Zentral-/Nordeuropa gehört zu den wichtigsten Märkten. Die Referenzmärkte für Ceramiche Piemme sind die „historischen“ Märkte, in denen die Firma schon immer präsent war, wie Nordamerika, Zentral-/Nordeuropa, die ehemalige UdSSR, der Mittlere und Ferne Osten. Die kontinuierlich positive Entwicklung ist darauf zurück zu führen, dass wir in diesen Märkten jetzt auf eine breitere Durchdringung der Segmente und Kanäle abzielen, die wir bisher fast unentdeckt gelassen haben.

In der letzten Zeit haben wir unsere Marken klar differenziert und einen eher technischen Schwerpunkt gesetzt. Gleichzeitig haben wir uns auf die Entwicklung von Märkten konzentiert, auf denen wir bisher weniger präsent waren. Das lässt uns zuversichtlich in die Zukunft blicken.

Ist der Mangel an Fliesenlegern für Sie spürbar?

Nicht wirklich. Wir spüren eher die Notwendigkeit für kontinuierlichen Aufbau der Kompetenzen bei den Fachkräften „vor Ort“ – eine Entwicklung, die mit der Evolution des Produkts mithalten muss. In der Vergangenheit wurden meistens die Formate 30×60 und 60×60 verlegt. Heute haben als häufigste  Abmessungen eher 60×120, 90×90 oder 120×120 oder sogar noch größer.

Daher ist es sehr wichtig, dass die Fachkräfte, die unsere Arbeit vollenden, ständig auf dem aktuellen Stand gehalten werden und ein Bestandteil unseres Erfolgs sind.

Warum haben Sie die Marke Ceramiche Piemme Contract ins Leben gerufen?

Ceramiche Piemme Contract bietet Planern und Architekten eine Plattform, über die sie technische Lösungen und Stile für ihre Projekte im öffentlichen und privaten Bereich finden. Es reicht nicht mehr, technologisch zu den Vorreitern zu gehören und die Produktpalette zu erweitern. Es ist auch enorm wichtig, für alle Kunden wirklich passende und zugeschnittene Services zu bieten.

Es ist auch enorm wichtig, für alle Kunden wirklich passende und zugeschnittene Services zu bieten.

Wie unterscheiden sich die Marken Piemme, Valentino, Contract?

Mit Piemme möchten wir unsere Position im Handel ausbauen, der sich auf private und gewerbliche Nutzung im mittleren bis oberen Segment wendet. Piemme Contract bedient Projektentwickler und Designer großer internationaler Architekturprojekte. In der Entwicklung dieses Kanals liegt unser Fokus.

Die Marke Valentino ist auf das Luxussegment ausgerichtet und verhält sich  immer antizyklisch und dazu tendierend, ihr Bestes in Zeiten einer Marktstagnation zu geben. Sie gehört zu den wichtigsten und renommiertesten Marken der Welt, mit einem Potential, das wir voll ausschöpfen möchten. Vor allem in Märkten, wo der Luxus „Made in Italy“ einen besonderen Reiz ausübt.

Ab wann kommen die Neuheiten, die Sie der Cersaie gezeigt haben, auf den deutschen Markt bzw. was davon?

Die Keramikkollektionen Materia, Soul sowie Project Solution und die Sanitärprodukte von Tailor Made sind schon auf dem deutschen Markt verfügbar. Die Kollektionen Opulence Valentino und Glitch designed by Benoy sind ab 2020 auf dem deutschen Markt erhältlich.

Weitere Informationen: https://www.ceramichepiemme.de/

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