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Breites Themenspektrum rund um den Schwimmbadbau

31. Sopro Planer- und Sachverständigenseminar

Es ist auch nach 12 Jahren nach wie vor ein „Renner“ unter den Sopro Planer- und Sachverständigenseminaren: Das Seminar zum Thema „Schwimmbäder fachgerecht planen und bauen“. Kein Wunder: Zum einen zählt der Bau von Schwimmbädern mit zu den anspruchsvollsten Bauaufgaben und zum anderen vermittelt die eintägige Veranstaltung im Rahmen der Sopro ProfiAkademie stets die neuesten Erkenntnisse aus Theorie und Praxis – sowohl was die fachgerechte Planung, als auch den Bau von Schwimmbädern anbelangt.

Der Bau von Schwimmbädern zählt mit zu den schwierigsten Bauaufgaben. Die Sopro Bauchemie, die zu den führenden Herstellern bauchemischer Produkte zählt, hatte daher im Rahmen der Sopro Profi Akademie wiederum eine Reihe namhafter Fachleute aus den unterschiedlichsten Bereichen des Bäderbaus zu einem eintägigen Fachseminar nach Wiesbaden eingeladen. Für die Sopro Bauchemie ist der Schwimmbadbau nicht nur die „Königsdisziplin“, sondern zugleich auch eine „Herzensangelegenheit“ – so Dipl.-Ing. Mario Sommer, Leiter der Sopro Planer- und Objektberatung. Er versprach den rund 100 Seminarteilnehmer daher ein „Potpourri der verschiedensten Experten“, das von architektonisch-gestalterischen Aspekten beim Bau von Schwimmbädern über bauphysikalische Denkanstöße und Fragen zur richtigen Reinigung und Abdichtung bis hin zum neuen ZDB-Merkblatt Schwimmbadbau reichte.

Schwimmbäder im Wandel

Den Reigen der Referenten eröffnete Dipl.-Ing. Architekt Martin Reimer, einer der Geschäftsführer der renommierten und auf den Schwimmbadbau spezialisierten 4a Architekten GmbH aus Stuttgart. Unter dem Titel „Schwimmbäder im Wandel“ nahm er die Zuhörer mit auf eine spannende Zeitreise, indem er immer zwei 4a-Projekte aus den letzten 20 Jahren gegenüberstellte und verglich. Beispielsweise das 2001 erbaute TuWass Freizeitbad in Tuttlingen mit dem Freizeitbad Stegermatt in Offenburg aus dem Jahre 2017 oder die 2005 fertiggestellte Spreewaldtherme in Burg mit der Emser Therme von 2012. Der Vergleich zeigte, dass in diesem Zeitraum zwar vieles gleichgeblieben ist, dass sich aber auch einiges grundsätzlich geändert hat. So sind die Gebäude heute noch nachhaltiger und besitzen in der Regel einen Passivhaus-Standard. Ebenso wird heute mit Blick auf die Barrierefreiheit auf die früher beliebten Zwischenebenen verzichtet. Bei den Fliesen- und Natursteinbelägen dominieren mittlerweile nicht nur großformatige Platten, sondern es ist zugleich ein Trend zu qualitativ hochwertigen Wand- und Bodenbelägen zu erkennen. Dahinter steht auch die Erkenntnis, dass die Nutzer „mit hochwertigen Materialien sorgfältiger umgehen“ – so Martin Reimer.

Dass Wasser ein Lebenselexier und gleichzeitig ein „Feind des Bauwerks ist“ – dies machte Dipl.-Ing. Gerhard Klingelhöfer vom gleichnamigen Ingenieur- und Sachverständigenbüro für Bautechnik aus Pohlheim bei seinen „Bauphysikalischen Denkanstößen zum Hallenschwimmbad“ deutlich. Eindrucksvoll zeigte er, dass die Feuchteproblematik im Hallenbad viel komplexer als im üblichen Hochbau ist. Daher, so der Referent, „erfordert die bauphysikalische, d.h. insbesondere die hygrothermische Planung und der Bau von Hallenbädern Spezialkenntnisse und viel Erfahrung“. In einem weiteren Vortrag beschäftigte sich Dr. Dirk P. Dygutsch, Geschäftsführer der Dr. Nüsken Chemie GmbH aus Kamen, mit dem Thema „Bauabschluss und Unterhaltsreinigung“. Im Fokus seiner Ausführungen stand das „Spannungsfeld Reinigung“. Viel für die tägliche Praxis Wissenswertes wusste er dabei zu den Bereichen der Reinigungsverfahren, der Reinigungsempfehlungen sowie Reinigungspläne und Hygienekonzepte zu vermitteln. Mit dem „Kathodischen Korrosionsschutz für Beton-Rohwasserspeicher in Schwimmbädern“ sprach Jürgen Väth, Vertriebsberater Deutschland der im schweizerischen Füllinsdorf ansässigen Guldager AG, ein ganz spezielles Problemfeld an, welches insbesondere bei Schwallwasserbehältern aus Beton auftritt. Aber, so Jürgen Väth, der Korrosion an Behältnissen und deren Auswirkungen kann man „erfolgreich mit dem Einbau einer kathodischen Korrosionsschutzanlage entgegenwirken“; denn ihr Einsatz im Betonbehälter schützt die Armierung und verlängert und sichert so dessen Lebensdauer.

Das neue ZDB-Merkblatt Schwimmbadbau

Das „neue ZDB-Merkblatt Schwimmbadbau“ stand im Fokus der Ausführungen von Dipl.-Ing. (FH) Sebastian Kammerer, dem Bereichsleiter Anwendungstechnik bei der Sopro Bauchemie, wobei er auch weitere neue und hier relevante ZDB Merkblätter in seine Betrachtungen einschloss. Nachfolgend nur einige seiner Kernaussagen: „Auch bei WU-Betonbecken kann eine zusätzliche Abdichtung zur Vorbeugung gegen Ausblühungen und ggf. Schädigungen des Untergrundes insbesondere bei aggressivem Badewasser erforderlich sein. Bei Betonbecken empfiehlt sich der Einsatz von flüssig zu verarbeitenden Abdichtungsstoffen im Verbund mit keramischen Belägen. Die Betonoberflächen von Becken bedürfen grundsätzlich einer mechanischen Bearbeitung zur Sicherung des Haftverbundes. Selbst bei der Einhaltung der erhöhten Maßtoleranzen nach DIN 18202 kann es erforderlich sein, Maßungenauigkeiten auszugleichen, wobei die Putze und Ausgleichsschichten für die festgelegten Anforderungen geeignet sein müssen. Die zur Ausführung kommende Fliesengröße sollte ein Flächenformat von 0,18 m², die längste Kante jedoch eine Länge von 60 cm nicht überschreiten und Fliesen und Platten sollten eine Mindestdicke ≥ 6 mm aufweisen. Schockartige und zu schnelle thermische Belastungen bei Entleeren und Befüllen des Beckens sind zu vermeiden“.

Perfekt ergänzt wurden die Ausführungen von Sebastian Kammerer durch den Vortrag von Dipl.-Ing. (FH) Björn Rosenau, dem Bereichsleiter Planer-/Objektberatung bei der Sopro Bauchemie. Er zeigte an zahlreichen Fallbeispielen für Abdichtung und Fliese „Wie durch Erfahrung Bauweisen verbessert werden“. Dabei ging es um Erfahrungen in den Bereichen Untergrundvorbereitung, Ausgleichsmaterialien, Abdichtungstechnik bzw. Durchdringungsanschlüsse. Er griff dabei vieles aus der zuvor von Sebastian Kammerer vorgestellten neuen Merkblätter auf, etwa beim Blick auf die erforderliche Maßgenauigkeit des abzudichtenden Behälters oder der Schadensvermeidung bei der Beckenbefüllung.

Keramik im Schwimmbadbau

Dipl.-Ing.(FH) Marco Warschburger, Leiter Planungs- und Beratungsservice bei der V&B Fliesen GmbH in Merzig, stellte bei seinem Blick auf die „Keramik im Schwimmbadbau“ zunächst die vielfältigen Serviceleistungen von V&B vor, die von Verlegeplänen und Farbgestaltungen bis hin zu objektbezogenen Leistungsverzeichnissen reichen. Anschließend widmete er sich ausführlich den Normen- und Regelwerken im Bereich Fliesen und Platten, wobei er unter anderem mit den Prüfverfahren, der Bruchlast/-kraft Ermittlung und weiteren fliesenspezifischen Eigenschaften beschäftigte. Einen breiten Raum nahmen bei ihm auch die unterschiedlichen Beckenkopfsysteme ein. Seine abschließenden Ausführungen zu den Neuerungen im ZDB-Merkblatt 2019 zu großformatigen keramischen Fliesen und Platten bildete den perfekten Übergang zum abschließenden Vortrag von Dipl.-Ing. (FH) Marcel Neid von der Sopro Planer-/Objektberatung zur „Verlegung von großformatigen Fliesen und Platten im Schwimmbadbau“. Er sprach dabei von einen „kontinuierlicher Lernprozess“, der hier zu beobachten ist und der einen sehr hohen zeitlichen Verlegeaufwand mit erhöhten Anforderungen nach sich zieht. Um Schäden zu vermeiden sind vor allem, so Marcel Neid, „hohes Fachwissen und geringe Kompromissbereitschaft gefragt“. Beispielsweise muss man wissen, dass der bei großformatigen Fliesen geringere Fugenanteil den Spannungsabbau vermindert, so dass man hier spezielle Fliesenkleber mit – dank hoher kristalliner Wasserbindung – spannungsentkoppelnder Wirkung einsetzen sollte. Besonders wichtig ist bei großformatigen Platten natürlich auch die möglichst hohlraumarme Bettung mittels des kombinierten Verfahrens.

Gastgeber und Referenten des Seminars (von links): Mario Sommer, Sebastian Kammerer, Martin Reimer, Jürgen Väth, Marco Warschburger, Marcel Neid, Dr. Dirk Dygutsch, Gerhard Klingelhöfer und Björn Rosenau. Foto: Sopro

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