Badrenovierung im großen Stil

Badezimmer in denkmalgeschützten Villa mit Fliesenverlege-Produkten von Mapei modernisiert

Die Kur -und Bäderstadt Baden-Baden ist ein geschichtsträchtiger Ort, der einst als „Sommerhauptstadt Europas“ galt. Besonderen Charme verströmt Baden-Baden auch deshalb, weil nach wie vor viele Villen das bauliche Bild der Stadt prägen. Mit diesem oftmals denkmalgeschützten Baubestand gilt es auch im Falle einer Renovierung behutsam und sorgfältig umzugehen.

Hier sollten zwei Badezimmer in einer denkmalgeschützten Villa so umgestaltet werden, dass sie einerseits den heutigen Ansprüchen an die moderne Badezimmerkultur entsprechen, anderseits aber ihren ursprünglichen Charakter sowie ihre Exklusivität und Eleganz behalten. Vor allem musste der denkmalgeschützte Parkettboden, auf dem die Badewanne steht, erhalten werden.

Um den Bade- und Duschbereich sowie die WC-Anlage in diesem Sinne neu zu gestalten, entschieden sich die Bauherrin und Architekt für 1 600 x 3 200 x 6 mm große keramische Platten des italienischen Herstellers Iris FMG in weißer Marmoroptik. Die großen Platten werden nach einem speziellen Herstellungsverfahren produziert, bei dem sich die ästhetischen und technischen Eigenschaften von Naturstein, in diesem Fall Marmor, naturgetreu reproduzieren lassen. Dass ein so hochwertiges Produkt eine ebenso hochwertige und vor allem fachgerechte Verlegung erfordert, versteht sich von selbst. Bauherrin und Planer entschieden sich deshalb für den Meisterbetrieb Fliesen Dinger aus dem badischen Lauf. Der Fachbetrieb verfügt über Erfahrungen auf dem Gebiet der Großformatverlegung. Das ist besonders wichtig, wenn es sich wie hier um Platten handelt, die aufgrund ihres Musters bereits in der Planungsphase eine ganz spezielle Vorarbeit hinsichtlich der späteren Optik erfordern. Mit Hilfe einer  CAD-Planung und einer realistischen Visualisierung am Computer bekam nicht nur der Bauherr am Ende eine genaue Vorstellung von seinem Badezimmer, auch der Verarbeiter konnte exakt und ganz gezielt arbeiten.

CAD-Planung und einer realistischen Visualisierung

Hilfestellung leistete Fliesenlegermeister Peter Leppert aus Hügelsheim, einem Experten auf dem Gebiet der CAD-Planung. Nachdem die Raummaße und die Positionen von Wänden, Fenstern und Türen festgelegt waren, wurden alle wichtigen Elemente wie Badewanne, Dusche und WC in die Planung einbezogen und exakt im Raum positioniert. Um den durchgehenden Parkett-Belag zu erhalten, musste die mit zementären Platten beplankte Ständerwand für die keramischen Platten hinter der frei stehenden Badewanne höher gesetzt werden. Am Bildschirm fügte man die Keramik an die gewünschte Position und erhielt so fotorealistische Raumbilder in unterschiedlichen Ansichten und Perspektiven.

Foto: Mapei

So konnten die Platten am Bildschirm exakt an die richtige Stelle gebracht und dabei so lange gedreht werden, bis sich der gewünschte optische Effekt, in diesem Falle eine Spiegelung des Aderverlaufs im Marmormuster, einstellte. Zudem ließen sich so maßgenaue Fertigungs- und Schnittpläne erstellen, mit allen Informationen zu sichtbaren Kanten, Bohrungen oder Ausschnitten. Alle Außenkanten wurden nicht mit Schienen gesichert, sondern handwerklich von Hand auf Gehrung geschnitten. Speziell dort, wo die Marmoradern um die Ecke gehen, entsteht der perfekte optische Eindruck eines monolithischen Blocks. Nicht zuletzt konnten mithilfe der CAD-Planung auch detaillierte Stücklisten als Grundlage für die Materialbestellung generiert werden. Das Baden-Badener Projekt machte aber auch eines deutlich: Der Einsatz immer größerer Plattenformate erfordert vom Verleger in vielen Bereichen ein Umdenken. Nicht nur die bauchemischen Verlegeprodukte, sondern insbesondere auch die Arbeitsweise und die Baustellenlogistik gilt es entsprechend anzupassen und neu zu strukturieren.

Untergrund wicht bei der Großformatverlegung

Wichtig ist bei der Großformatverlegung der Untergrund. „Die Wand muss so eben sein, dass die Platte beim ersten Mal sitzt“, so Jörg Dinger. Deshalb wurde der Verlegeuntergrund mit einer emissionsarmen Dispersionsgrundierung auf Kunstharzbasis grundiert. Sie sorgt für die Vereinheitlichung der Saugfähigkeit, die Reststaubbindung und für die Verbesserung des Haftverhaltens der Klebemörtel und Spachtelmassen. Die Wände wurden mit einer einkomponentigen, schnell trocknenden Flächenabdichtung auf Dispersionsbasis abgedichtet. Im Bereich der auf einem Podest erstellten bodengleichen Dusche erfolgte die Abdichtung mit einer flexiblen, dünnschichtigen, wasserundurchlässigen und rissüberbrückenden Abdichtungs- und Entkopplungsbahn.

Foto: Mapei

Last, but not least kommt es natürlich gerade bei der Großformatverlegung entscheidend auf den Einsatz eines dafür besonders geeigneten Klebers an. Dieser muss mit einer spannungsabbauenden Wirkung den reduzierten Fugenanteilen Rechnung tragen. Auch eine schnelle Trocknung ist wichtig, um eine Verfilmung der Kunststoffe zu erreichen und somit dauerhafte Verbundeigenschaften aufzubauen. Normal erhärtende Dünnbettmörtel geraten hier schnell an ihre Grenzen. Die Wahl fiel daher auf einen einkomponentigen, zementären, verformbaren, standfesten und hydraulisch schnell erhärtenden Leichtflexklebemörtel mit guter Benetzungsfähigkeit und zulässiger Kleberschichtdicke von 10 mm sowie einer besonders schnellen Abbindezeit. Wichtig ist bei großformatigen Platten auch die hohlraumfreie Bettung im Buttering-Floating-Verfahren.

Ein Beitrag unseres Redaktions-Partners https://steinkeramiksanitaer.de

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